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Wird Kindheit überfordert?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 23.04.2016, 16:13

 

Dreirad auf der StrasseIch beschäftige mich schon länger mit der Entwicklung von Kindheit in unserem Land. Dies liegt natürlich zum einen daran, dass ich durch meine Tätigkeiten mit den Auswirkungen konfrontiert war. Zum anderen bekomme ich auch aus meinem Umfeld so einiges zu hören.

Artikel zum Thema bei der FAZ vor 3 Jahren

Umso erstaunter war ich, als ich heute einen Artikel der FAZ aus dem Jahre 2013 fand, indem der Autor sehr kritische Worte findet.

Und der Autor beschreibt schon 2013 Prozesse, die meines Erachtens unübersehbar sind.

Kinder werden zu Projekten


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Mein Eindruck ist, dass dies tatsächlich für die Mittelschicht in unserer Gesellschaft zunehmend zutrifft. Und ich kann sagen, dass mir diese Entwicklung nicht gefällt. Nicht nur Kinder geraten zunehmend unter Druck, bekommen die Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft übertragen, sondern alle, Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrer und andere beteiligte Fachkräfte und Mitmenschen, sind nach meiner Beobachtung ständig überfordert.

Kinder, deren Eltern aus persönlichen Gründen diese Entwicklung nicht mitgehen wollen oder können, geraten zwischen die 'Fronten' und es entsteht ein Klima, in dem diese Kinder zunehmend aussortiert werden. Dazu tragen im übrigen auch die verkürzten Umsetzungen von Inklusion an den Schulen bei.

Ich wundere mich sehr darüber, dass Fachkräfte, Lehrer, Pädagogen, Erzieher und andere, nicht erkennen lassen, gegen diese Entwicklungen, auch im deutschen Bildungssystem, vor zu gehen und zu sagen: STOPP! Bis hierhin und nicht weiter.

Nein, ich wundere mich nicht.

In immer wiederkehrenden Bekundungen ist zu hören:

  • Bildung ist wichtig
  • Gleiche Bildungschancen für alle
  • Kinder sind unsere Zukunft
  • Wir müssen konkurrenzfähig bleiben
  • Kinder müssen früh an die Medien herangeführt werden

Gleichzeitig ist meines Achtens erkennbar:

  • Ein Optimierungsprozess in den Berufsfeldern, in denen mit Menschen gearbeitet wird
  • Dieser Prozess bedeutet, mehr Leistung und Erfolg mit weniger Ressourcen

Fachkräfte kommen zunehmend aus Studiengängen, die extrem verschult worden sind. Heute ist die Schule schon extrem verschult. Insofern steht zu befürchten, dass es weniger Fachkräfte geben wird, die diese Entwicklungen kritisieren werden. Mir persönlich schlackern die Ohren bei der Vorstellung, heute Kind zu sein und in die Schule gehen zu müssen. Glück gehabt. Das muss ich erfreulicher Weise nicht. Ich möchte nicht tauschen mit den Kindern von heute.

Eltern werden komplett ausgeblendet

Und was passiert mit den Eltern?

Eltern sind nicht nur für die materielle Versorgung Ihrer Kinder verantwortlich. Da fließen horrende Taschengelder, da finden Schulfahrten ins Ausland statt, da müssen Fernseher, Playstations, PC's, Notebooks, Tablets, Smartphones in die Kinderzimmer, damit selbsternannte Medienpädagogen versuchen dürfen, Kindern Medienkompetenz zu vermitteln, die sie aufgrund ihres Entwicklungsstandes gar nicht erlangen können.

Nein, Eltern müssen auch noch den Herausforderungen im Beruf standhalten, in der Lage sein, 2 Stunden Fahrt zum Arbeitsplatz zu bewerkstelligen, flexibel erreichbar sein für Kindergärten, Schulen und Arbeitgeber, und gleichzeitig noch eine glückliche und entspannte Ehe oder Partnerschaft leben.

Wie soll das gehen?

Gar nicht. Meine Erfahrung zeigt, dass Eltern oft nur noch auf dem Papier auch ein Ehepaar oder Paar sind. Als Frauen und Männer finden Mütter und Väter oft nicht mehr statt. Das kann so nicht funktionieren. Überfordert wird also nicht die Kindheit, sondern alle Beteiligten.

Fazit

Unsere Leistungsgesellschaft lässt keine Überforderung zu

Überforderung zu merken und sich zu erlauben ist nicht angesagt in diesen Tagen und damit alles andere als einfach. Also versuchen viele Mitmenschen, den Anforderungen zu entsprechen. Wer Bekannte hat, die entweder Eltern auf der einen oder  Lehrer auf der anderen Seite sind, kann sehen, welches Klima z.B. an Schulen derzeit herrscht.

Für die Kindheit bedeutet dies:

Wenn es so weiter geht, wird sich Kindheit auflösen.