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WhatsApp und Erziehung und Jugendschutz - Beziehungsblog

Erstellt von Michael Ueberschaer am 11.08.2016, 15:19

 

Ein Artikel bei Heise weist auf ein Gerichtsurteil hin, welches im Zusammenhang mit WhatsApp gefällt wurde.

Ich habe dies zum Anlass genommen, einen Artikel zu WhatsApp in meiner Kategorie Erziehung zu schreiben.

Ja, WhatsApp ist nicht erst seit Übernahme durch Facebook bzgl. Datenschutz bedenklich. Es ist unbestritten, dass auch WhatsApp eine Datenkrake ist. Doch darum soll es in meinem Artikel nicht gehen.

Mir ist bekannt, dass es Schulen gibt, die über WhatsApp Gruppen mit ihren Schülern kommunizieren. Mir ist bekannt, dass fast jeder WhatsApp nutzt. Und dennoch ist dieser Artikel meines Erachtens notwendig.

WhatsApp hat nichts in Kinderhänden zu suchen.

Warum kein WhatsApp?

Es ist eigentlich ganz einfach. WhatsApp und jede andere App ist ein Abstraktum.

Das bedeutet, dass die Bedeutung von WhatsApp und die Tragweite seiner Nutzung von Kindern unter 16 Jahren im allgemeinen nicht erfasst werden kann.

Wenn wir ehrlich sind, geben bestimmte Phänomene, die sich ausbreiten, genügend Hinweis darauf, dass dies der Fall ist.

Kinder sind nicht in der Lage, zu begreifen, dass Ihre Handlungen in WhatsApp reale Auswirkungen haben.
Kinder sind nicht soweit, um zu begreifen, dass im Abstraktum WhatsApp reale Gefahren lauern.

Kinder wollen dazu gehören und sind damit angreifbar. Kinder kommen nicht auf die Idee, dass es möglich ist, WhatsApp zu deinstallieren, um sich vor Inhalten und Äußerungen anderer zu schützen.

Die Erwachsenenwelt gibt dem Bedürfnis nach dem dazu gehören zur WhatsApp-Gemeinde statt ohne dieses Bedürfnis zu hinterfragen. Nein; im Gegenteil, der praktische Nutzen wird in den Vordergrund gestellt. Dieser praktische Nutzen bedeutet leider oft nur eine Arbeitserleichterung für die Akteure im Bildungssystem.

Hat das eventuell etwas damit zu tun, dass die digitale Bildung von bestimmten Kräften eingefordert wird?!

Natürlich hat es etwas damit zu tun. Es ist die Mär vom Untergang unserer Wirtschaft, wenn wir nicht digital werden.

Verunsicherung und mangelnde Orientierung

Nicht nur Eltern, sondern auch ausgebildete Pädagogen, Schulleiter und Leiter von pädagogischen Einrichtungen lassen den Jugendschutz außer Acht.

Dies ist kaum zu erklären. Wieso geben Pädagogen zunehmend Ihre Fachlichkeit preis, die auch beinhaltet, für den Jugendschutz ein zu treten.

In einem Kommentar zum oben verlinkten Artikel weist ein Leser darauf hin, dass erst Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr WhatsApp nutzen dürfen. Schulleiter, die die Nutzung von WhatsApp durch Kinder unter 16 Jahren Vorschub leisten, lassen also den Jugendschutz außer Acht.

WhatsApp, Erziehung, Jugendschutz und Verantwortung

Im Jugendschutz Gesetz geht es richtiger Weise auch darum, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten und Einflüssen zu schützen.

WhatsApp ist bis zum 16 Lebensjahr schädlich; und dies in dreifacher Hinsicht.

1. Ablenkung und Irreführung

Kinder werden von der stofflichen Lebenswelt abgelenkt und bekommen ggf. ein verzehrtes Bild der Realität.

Die App WhatsApp ist ein Computerprogramm und somit sind die Nachrichten in WhatsApp abstrakt.
Auf der anderen Seite haben diese abstrakten Nachrichten Auswirkungen auf ihre Empfänger.

Dies ist ein schwer zu begreifendes Paradoxon.

2. Schädliche Inhalte und Kontakte

Kinder sind in WhatsApp ungebremst Inhalten und Kontakten ausgesetzt. Dies gilt grundsätzlich für jedes Zugangsgerät.

Die Inhalte sind auf der einen Seite noch abstrakter als Inhalte, auf die per Fernseher zu zu greifen ist. Auf der anderen Seite ist die Kontrolle des Zugriffs durch die Mobilität bestimmter Geräte kaum möglich.

3. Suchtgefahr

Wenn auch nicht jedes Kind automatisch suchtgefährdet ist, bergen die mobilen Endgeräte, und dies nur durch die Existenz von Apps, ein bestimmtes Sucht-Potential. Dazu gibt es in diversen Veröffentlichungen reichlich problematisierende Hinweise.

Fazit

Immer mehr Kinder haben Smartphones und sind dabei immer jünger. Immer mehr Kinder haben WhatsApp auf Ihrem Endgerät und sind dabei immer jünger.

Der Jugendschutz ist keine Zufälligkeit, sondern ist eine Errungenschaft, die Sie als Eltern und Pädagogen mit Leben füllen müssen. Wenn Sie sich dagegen entscheiden, findet Jugendschutz nicht statt.

(Ihre) Kinder sind damit nicht altersgerechten Inhalten und Einflüssen ausgesetzt.