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Suche nach Anti-Gewalttherapie beinhaltet die Annahme, dass Gewaltverhalten eine Krankheit ist

Erstellt von Michael Ueberschaer am 21.05.2016, 17:15

 

Gewaltverhalten liegt meistens keine Erkrankung zugrunde

Die Beendigung des eigenen Gewaltverhaltens setzt die Übernahme der eigenen Verantwortung voraus.

Wenn Sie oder ein(e) andere(r) Täter(in) allerdings nach einer Anti-Gewalttherapie suchen, dann liegt der Verdacht nahe, es besteht bei dem/der Suchenden die Annahme, Gewaltverhalten sei eine Krankheit.

Im Gewaltkreislauf findet Suche nach äußeren Ursachen statt

Diese Suche dient innerhalb des Gewaltkreislaufs der Abwehr diverser Gefühle.

Anfragen für die Gewaltberatung bei mir hatten teilweise auch zum Inhalt, ob die eigene Krankenkasse die Kosten für eine Beratung übernimmt.

Nicht nur, dass die Gewaltberatung keine Therapie ist; im allgemeinen ist bei Gewaltverhalten (häuslicher Gewalt) auch keine Therapie erforderlich.

Die Versuchung bei Täterinnen und Tätern ist enorm groß, das eigene Beteiligt-Sein am eigenen Gewaltverhalten zu leugnen. Solange sich beide, Täter und Opfer im Gewaltkreislauf weiterhin bewegen und diesen nicht unterbrechen und aussteigen, wird es der Täter oder die Täterin schwer haben, das eigene Gewaltverhalten zu bearbeiten.

Gewaltverhalten = Krankheit sorgt für Entlastung

Die Idee, Gewaltverhalten im häuslichen Bereich könnte eine Krankheit sein, schafft Entlastung und ist gleichzeitig ein möglicher Mechanismus, sich schon bald mit dem eigenen Verhalten nicht mehr zu beschäftigen.

Täter und Täterinnen sind dann erneut auf sich allein gestellt und spekulieren lieber über äußere Umstände. Eine Krankheit ist ein Phänomen, auf das der Täter normaler Weise keinen direkten Einfluß hat; somit hat er auch keine Verantwortung mehr und wäre raus aus der Verantwortung.

Blick in den Spiegel ist schwierig

Besonders für Männer ist der Blick in den Spiegel schwierig. Denn dies bedeutet, dass diese mit den eigenen Gefühlen anders umgehen müssen als sie es gelernt und sich selbst beigebracht haben.

Dabei stehen Männer vor der Herausforderung, sich mit Ihren unangenehmen Gefühlen anders zu beschäftigen als bisher. Das Bild, das sich Männer von ihrer eigenen Männlichkeit machen, schließt zum Beispiel oft aus, überfordert zu sein. Männer nehmen sich mit diesem Gefühl oft nicht wahr, sondern nutzen erlernte Mechanismen, diese Gefühl aktiv zu beseitigen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit sich selbst als Mann oder mit Ihrem Ehemann oder Partner? Schreiben Sie einen Kommentar oder formulieren Sie Ihre Frage.