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Schule und Handy

Schule und Handy
Die meisten Kinder haben heutzutage ein Handy.

Also warum dies nicht für den Unterricht nutzen?

Zunächst einmal ist es natürlich wichtig, dass wir heute Smartphones meinen, wenn wir von einem Handy sprechen.
Mit Smartphones kann man nicht nur telefonieren. Diese Geräte können deutlich mehr als Handys (Auszug):
  • Telefonieren
  • SMS senden und empfangen
  • Emails schreiben und empfangen
  • Soziale Netzwerke oder Gruppenchats nutzen (z.B. Facebook, Instagramm oder WhatsApp)
  • Fotografieren
  • Videos aufnehmen
  • Schreiben
  • Lesen
  • Musik hören
  • Spielen
  • Im Internet Inhalte aufrufen oder recherchieren

In der Schule das Handy nutzen?

Von den aufgelisteten Funktionen bleiben nicht viele Funktionen übrig, über deren Nutzung in der Schule man nachdenken könnte.

Fotografieren
Videos aufnehmen
Im Internet Inhalte aufrufen

Schreiben und lesen sind auf einem Smartphone nicht wirklich komfortabel beziehungsweise zu empfehlen. Das habe ich schon ausprobiert und kann sagen, dass mache ich doch lieber auf einem Notebook oder mit einem Buch.

Nun frage ich mich, was man im Unterricht fotografieren oder was man per Video festhalten könnte. Und hat das in irgendeiner Form einen Mehrwert für die Beschäftigung mit einem Thema?

Da bleibt meines Erachtens nicht viel mehr über als die Recherche und Ermittlung von irgendwelchen Inhalten. Doch ist es sinnvoll, dass im Unterricht zu machen? Wäre es nicht wichtiger miteinander zu sprechen und im Diskurs mit dem Lehrpersonal Themen zu erörtern.

Es läuft darauf hinaus, dass man glaubt, es wäre die Aufgabe von Schule, Kindern den Umgang mit dem Internet bei der Nutzung von Smartphones zu vermitteln.

Was ist der Unterschied zu einem Videorekorder oder einem modernen Fernseher?


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Klar. Mit einem Videorekorder kann man nicht ins Internet und außer Filme schauen oder aus dem Fernsehen aufnehmen, kann der nichts. Videorekorder wurden in den Schulen zur Vorführung von Lehrfilmen oder ein Thema betreffenden Filmen eingesetzt.

Doch keiner kam auf die Idee, dass Schüler Ihre Geräte mit in die Schule bringen, damit sie den Umgang lernen.

Bei modernen Fernsehgeräten ist das anders. Die sind internetfähig. Aber keiner kommt auf die Idee, dass Kinder ihre Fernsehgeräte mit in die Schule bringen, um ihnen zu zeigen, wie man richtig im Internet Inhalte recherchiert und bewertet.

Klar. Die sind ja viel zu groß und passen nicht wirklich in eine Tasche oder in die Hose.

Doch ist das im Umkehrschluß der Grund, warum man Smartphones in den Schulen einsetzen will, soll oder muss?

Nein. Handyverbote sind von gestern, so die Bildungssenatorin in Bremen. Konzepte müssen her, so der Tenor.

Eine solche Aussage ist ein 'sogenanntes' Totschlagargument und meines Erachtens ein Affront gegen alle Lehrer, die ein Handyverbot an Schulen möchten oder durchgesetzt haben.
Dass Handyverbote von gestern sind, ist also ein Scheinargument. Menschen, die das Handy in der Schule nicht möchten, sind von gestern. Das ist die versteckte Botschaft.

Die ständige Grenzverletzung bei Lehrern, die Ihren Unterricht nun noch schwieriger ungestört durchführen können, wird unter den Teppich gekehrt. Anders gesagt, werden Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Nöten nicht ernst genommen.

Das ist symptomatisch für unsere Zeit.

Die pädagogische Sinnhaftigkeit von Forderungen nach der Nutzung von Handys in Schulen muss nun nicht mehr erörtert werden.

Fazit

Pädagogische Fachlichkeit tritt auch hier in den Hintergrund. Dies ist in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen. Ich frage mich, wie lange Lehrerinnen und Lehrer sich noch damit abfinden. 

Nicht nur, dass mit Forderungen an die Lehrpläne diese weiter aufgeblasen werden. Nein, eine etwaige Umsetzung oder Konzepterstellung bleibt wieder in den Schulen.
Wenn das wirklich kommt, wird Lehrerinnen und Lehrern erneut Zeit genommen für das wesentliche; zu unterrichten.

Pädagosich sinnvoll ist es allemal nicht.

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Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin selbständiger Blogger.

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