Psychische Gewalt bzw. Seelische Gewalt - Teil 3

Erstellt von Michael Ueberschaer am 27.03.2017, 15:49

 

Im letzten Artikel dieser Artikelserie habe ich mir Seiten im Internet angeschaut, die die Begriffe 'Psychische Gewalt' und 'Seelische Gewalt' benutzen.

Es wurde im Artikel deutlich, dass  die gleichen Verhaltensweisen als Mobbing und als Psychische Gewalt bzw. Seelische Gewalt bezeichnet werden. 

Auf der Seite der Opfer hat dies augenscheinlich damit zu tun, dass viele Verhaltensweisen, obwohl sie kein Gewaltverhalten sind, ebenfalls unangenehme Gefühle verursachen.

Doch was bedeutet diese Vermischung auf der Seite der Täter? Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Psychische Gewalt - Seelische Gewalt und die Täter*


 


Unangenehme Gefühle werden also auch durch Verhalten ausgelöst, die kein Gewaltverhalten sind.

Auch Täter erleben Gefühle

Auch Täter sind mit Gefühlen konfrontiert, wenn man sich ihnen gegenüber nicht wie gewünscht verhält. Sobald Täter also zum Beispiel beleidigt werden, erleben sie ihrerseits mindestens ein Gefühl. Diese(s) Gefühl(e) ist/sind ziemlich sicher unangenehm.

Täter versuchen mit diesen Gefühlen umzugehen. Auch für Täter oder besser gesagt, insbesondere für Täter, ist die Lösung, solche Gefühle zu beseitigen.

Sie kommen regelmäßig zu der Entscheidung, ihre Gefühle mit der extremsten Form zu beseitigen. Sie schlagen zu, treten, schubsen usw..

Auch Täter erleben Seelische Gewalt bzw. Seelische Gewalt

Wenn psychische und seelische Gewalt Gewalt(verhalten) sind, dann erleben Täter in Ihren Beziehungen ebenfalls Gewaltverhalten in Form von psychischer oder seelischer Gewalt.

Wenn Sie dann zuschlagen, wehren sie sich lediglich. Das bedeutet, dass sie eine Legitimation dafür haben, zu zu schlagen und dies immer wieder zu tun. Solange sie also mit unangenehmen Verhaltensweisen konfrontiert sind, dürfen sie nach dieser Logik zuschlagen. Sie haben keine Veranlassung, ihr Gewaltverhalten zu beenden.

Die Begriffe Psychische Gewalt und seelische Gewalt sind allgegenwärtig

Die Begriffe werden ständig genannt. Im Fernsehen, im Radio, in Zeitungen und besonders im Internet. Manchmal werden Verhaltensweisen wie gesagt mit Psychischer Gewalt und Mobbing gleichgesetzt.

Täter werden also regelmäßig darin bestätigt, dass sie auf Psychische Gewalt lediglich mit Gegengewalt reagieren, da eine Beleidigung dasselbe ist wie jemandem ins Gesicht zu schlagen.

Fazit

Im Sinne einer Verantwortungsübernahme durch Täter für Ihr tatsächliches Gewaltverhalten sind diese Begriffe schädlich.

Mit den Begriffen Psychische Gewalt und Seelische ist die Auffassung verbunden, dass viele Verhaltensweisen Gewaltverhalten darstellen. Damit ist zementiert, dass Täter nicht zur Erkenntnis kommen, ihr Gewaltverhalten beenden zu müssen.

Im nächsten Artikel dieser Artikelserie werde ich über die Kombination von tatsächliches Gewaltverhalten und anderen unangenehmen Verhaltensweisen eines Täter schreiben.


* Ich benutze hier für eine bessere Lesbarkeit die männliche Form, die Täter und Täterinnen einschließt


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