Psychische Gewalt bzw. Seelische Gewalt - Teil 2

Erstellt von Michael Ueberschaer am 21.11.2016, 16:59

 

In meinem Einführungsartikel zu häuslicher Gewalt stelle ich klar, was häusliche Gewalt ist.

Umso wichtiger ist es für mich im Interesse von Opfern und auch der Täter oder Täterinnen, Begriffskombinationen wie Psychische Gewalt und Seelische Gewalt zu problematisieren.

Psychische Gewalt und Seelische Gewalt und die zugewiesenen Handlungen

Im ersten Teil dieser Artikelserie zu psychischer und seelischer Gewalt habe ich eine erste Quelle zur häuslichen Gewalt im Internet auf Ihre Aussagen untersucht.
Im weiteren Verlauf dieses Artikels habe ich meinem Unverständnis bzgl. gewisser Aussagen Ausdruck verliehen.

Nachdem ich mich nun auch dem Thema Mobbing in Ehe und Partnerschaft in einer Artikelserie widme, fällt mir auf, dass bestimmte Verhaltensweisen beispielsweise bei scheidung.org als Psychische Gewalt und bei partnerschaft-beziehung.de als Mobbing bezeichnet werden.

 


Ich habe schon in anderen Artikeln in der Artikelserie zu Mobbing in Ehe oder Partnerschaft über Phänomene in Beziehungen geschrieben. Es ist wenig hilfreich, dass bestimmte Verhaltensweisen sowohl als Mobbing als auch als psychische Gewalt oder seelische Gewalt betitelt werden.

Ich schreibe hier bewusst 'betitelt', denn hier liegen jeweils Bewertungen vor.

Diese können zwar bei dem ein oder anderen Handelnden korrekt sein, setzten die Betroffenen aber nicht in die Lage, mit den jeweiligen Phänomenen im Sinne Ihrer Selbstwahrnehmung umzugehen.

Verwirrung um Gewaltverhalten

Doch hier geht um es die Begriffskombinationen Psychische Gewalt und Seelische Gewalt. Widersprüchliche Informationen führen zu Verwirrungen. Damit nicht genug, wird Gewaltverhalten durch Begriffe wie psychische Gewalt oder seelische Gewalt mit körperlichem Gewaltverhalten gleichgesetzt.

Ich möchte in diesem Artikel der Frage nachgehen, wie es dazu kommt, dass Verhaltensweisen gleich gemacht werden, die nicht gleich sind.

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum mir dies so wichtig ist. Letztendlich ist doch entscheidend, dass die Betroffenen unter solchen Verhaltensweisen leiden, egal ob der Handelnde zuschlägt, beleidigt oder demütigt. Dazu komme ich später zurück.

Auswirkungen auf die Betroffenen

Auf diversen Seiten wird darauf hingewiesen, dass die Auswirkungen von Handlungen, die mit Psychischer Gewalt und / oder Mobbing gleichgesetzt werden, ähnlich schwerwiegend wie körperliches Gewaltverhalten sind.

Ich frage mich wie das sein kann.

Körperlicher Übergriff oder Androhung

Wenn wir von Gewaltverhalten oder einer Androhung davon durch unseren Partner oder unsere Partnerin betroffen sind, dann erleben wir neben anderen Gefühlen Ohnmacht. Um diese Ohnmacht los zu werden, übernehmen wir als Opfer mindestens einen Teil der Verantwortung für das Gewaltverhalten unseres Partners.

In der Folge werden wir versuchen, die entsprechende Situation zu vermeiden.

Andere Verhalten

Wenn unser Partner oder unsere Partnerin uns beispielsweise in Anwesenheit anderer immer wieder kritisiert, dann können wir ebenfalls ohnmächtig sein.
Auch dann werden wir entsprechende Situationen vermeiden.

Wenn sich unser Partner aggressiv verhält, gilt dasselbe. Wir gehen entsprechenden Situationen aus dem Weg.

Wie aus meinen Artikelserien zu unangenehmen Phänomenen in Beziehungen und der jeweils notwendigen Selbstwahrnehmung hervor geht, verursachen auch andere Verhaltensweisen unangenehme Gefühle. Diese sind oft dieselben wie bei körperlichem Gewaltverhalten oder dessen Androhung.

Fazit

Erleben derselben Gefühle

Opfer bzw. Betroffene erleben also dieselben unangenehmen Gefühle bei Gewaltverhalten und anderen unangenehmen Verhaltensweisen seitens ihrer Partnerin oder ihres Partners.

Hieraus folgert man, dass es sich bei anderen Verhaltensweisen ebenfalls um Gewalt, eben psychische bzw. seelische Gewalt handeln muss. Der Fokus liegt hier bei den Opfern mit Ihrem Erleben.

Da die Handlungen, ein Schlag ins Gesicht oder eine verbale Abwertung, dieselben Gefühle auslösen, handelt es sich bei beiden Handlungen um Gewalt, um physische Gewalt oder seelische Gewalt. Das ist die dahinter verborgene Logik.

Wichtigkeit der Unterscheidung

Leider ist dieser Logik schwer bei zu kommen, denn Sie liefert für die Opfer und Betroffenen eine Erklärung für das Verhalten Ihrer Partner oder Partnerinnen.

Es ist geklärt: Er oder sie verhält sich gewalttätig.

Die Folgen dieser Gleichsetzung sind fatal. Deshalb ist mir wichtig, auf die Unterschiede der Handlungen hinzuweisen. Auf die fatalen Folgen auf der Täterseite gehe ich im nächsten Artikel dieser Artikelreihe ein.
 


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