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Ohne Selbstwahrnehmung keine Beziehungsgestaltung

Wenn wir uns selbst nicht wahrnehmen, können wir keinen Kontakt herstellen.

Lesen Sie die Artikelserie zur Selbstwahrnehmung bei unangenehmen Phänomenen in Ihrer Beziehung!
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Originäre Gefühle und derivate Gefühle - Wie auf der einen Seite nützlich so auf der anderen Seite problematisch

Im Kontakt mit unseren Mitmenschen, also bei Beziehungs-Phänomenen erleben wir Gefühle. Gefühle, die sich situationsbezogen einstellen, weisen uns im Kontakt mit unseren Mitmenschen darauf hin, dass unsere Grenzen berührt oder überschritten worden sind.

Gefühle erfüllen also einen wichtigen Zweck und ermöglichen uns, Kontakt zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen her zu stellen.

Originäre Gefühle stellen sich ein

Mit originär werden Gefühle bezeichnet, die sich bei uns richtiger Weise bezüglich eines Phänomens einstellen.

Wenn beispielsweise ein guter Freund oder eine gute Freundin ein vereinbartes Treffen kurzfristig absagt, kann es sein, dass wir enttäuscht sind. Wenn wir tatsächlich enttäuscht sind, handelt es sich um ein originäres Gefühl. Stellt sich bei uns Frustration ein, ist diese ein originäres Gefühl.

Kontaktherstellung mit unserem originären Gefühl

Originäre Gefühle stellen sich ein und möchten gelebt werden. Wenn wir uns mit diesen Gefühlen wahrnehmen, haben wir die Möglichkeit, mit diesen ein Kontaktangebot zu machen. Im Beispiel von oben könnten wir unserer Freundin oder unserem Freund sagen: "Ich bin enttäuscht". Damit geben wir unserem Gefühl Raum und unser Gegenüber erfährt von uns, wie es uns geht.

Wenn unser Gegenüber unser Kontaktangebot annimmt, kann er beispielsweise sagen: "Ja, ich kann verstehen, dass du enttäuscht bist. Ich sage auch sehr ungerne ab".




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Derivate Gefühle stören die Kommunikation

Es ist wünschenswert, dass wir bei uns bleiben. Ich schreibe diesen Artikel auch, weil dies nicht einfach ist. Wir neigen dazu, zu spekulieren oder die Botschaft unseres Gegenüber zu interpretieren. Über die Gründe habe ich bereits in Artikeln zur Kommunikation geschrieben.

Wenn wir aus persönlichen Gründen entschieden haben, nicht enttäuscht sein zu dürfen, werden wir unsere Mechanismen starten, Enttäuschung nicht zu merken. Ein gängiger Weg ist, Ärger zu produzieren. Dieser Ärger wäre dann ein derivates Gefühl, welches nicht zum Phänomen gehört, sondern von uns sozusagen gebastelt wird. Vielleicht sagen wir dann mit leicht erhobener Stimme: "Ich habe gewusst, dass Du absagst" oder "Toll. Und was soll ich jetzt machen?"

Ihr Gegenüber wird nun diesen 'unechten' Ärger miterleben, allerdings Ihre originären Gefühle nicht mitbekommen. Die folgende Kommunikation gründet letztendlich auf einem produzierten Gefühl. Verstehen Sie mich nicht falsch; natürlich kann es auch sein, dass wir Ärger als originäres Gefühl erleben.

Ärger ist oft derivat

Allerdings produzieren wir schnell Ärger und somit ein derivates Gefühl. Wir Männer neigen besonders dazu, Ärger zu nutzen, um unsere Gefühle zu beseitigen und damit nicht zeigen zu müssen. Die zugrunde liegende Entscheidung haben wir oft in unseren Kindertagen getroffen

Doch nicht nur Ärger wird als derivates Gefühl produziert. Auch Traurigkeit wird zum Beispiel genutzt, um andere Gefühle nicht zu merken.

Fazit

Derivate Gefühle erzeugen wir durch Springen zu unserem Gegenüber, durch Interpretation und Spekulation. Kommunikation zur Verständigung erschweren wir, wenn wir derivate Gefühle produzieren. Kontakt in unseren Beziehungen her zu stellen, ist uns nur mit unseren originären Gefühlen möglich.

Neigen Sie zur Spekulation? Wie sind Ihre Erfahrungen? Ich freue mich über Ihre Kommentare.


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Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin selbständiger Blogger.

Hier im Blog finden Sie Artikel zur Gestaltung von Beziehungen. Dabei dreht sich alles um das magische Dreieck Phänomene, Selbstwahrnehmung und Kommunikation.
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