Mobbing Ehe - Mobbing Partnerschaft - Teil 1

Erstellt von Michael Ueberschaer am 18.09.2016, 13:37

 

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht.

Ich bin mit meiner Frau in einer Beziehung, damit ich (körperlichen) Kontakt, Wertschätzung und Unterstützung erlebe.

Überraschung und Irritation

Umso mehr bin ich darüber überrascht und irritiert, welche Erfahrungen heute in Beziehungen gemacht werden. Ich starte deshalb diese Artikelserie, die sich mit unangenehmen Verhaltensweisen innerhalb Ihrer Zweierbeziehung beschäftigt.

Aktuell finden Sie folgende weitere Artikel in dieser Artikelserie:

Ihr Partner bestraft Sie mit Schweigen
Ihr Partner lügt Sie an
Ihr Partner missachtet Ihre Bedürfnisse
Ihr Partner verhält sich aggressiv
Ihr Partner geht fremd

Bevor ich beginne, möchte ich noch einmal auf folgendes hinweisen.

Mobbing in der Ehe, Mobbing in der Partnerschaft

Ich halte es für nicht hilfreich, bei den Verhaltensweisen, die ich in dieser Artikelserie besprechen werde, von Mobbing zu sprechen. Ich werde bei jeder zu besprechenden Verhaltensweise hierauf in einem Exkurs näher eingehen.
 


Wie Sie bereits wissen, wenn Sie meinen Artikel gelesen haben, ergeben sich Phänomene in Ihrer Partnerschaft zum einen im direkten Kontakt miteinander. Wenn Ihr Partner* etwas zu Ihnen sagt, sind Sie jeweils mit einem Beziehungsphänomen konfrontiert.

Auf der anderen Seite können wir in unseren Beziehungen mit dem Verhalten unseres Partners oder unserer Partnerin konfrontiert sein.

Ich möchte in der mit diesem Artikel beginnenden Artikelserie auf Verhaltensweisen eingehen, die in Partnerschaften eine Rolle spielen können. Jeder Artikel dieser Artikelserie wird durch einen Artikel in der Kategorie 'Selbstwahrnehmung' begleitet werden.

Im ersten Artikel dieser Artikelserie möchte ich folgendes Verhalten als Phänomen besprechen.

Ihr Partner kritisiert Sie oft vor anderen

Bei Verhaltensweisen ist zunächst einmal nicht entscheidend, was Ihr Partner zu Ihnen sagt, sondern das Verhalten an sich.

Wenn Sie regelmäßig die Erfahrung machen müssen, dass Ihr Partner Sie in Anwesenheit anderer Mitmenschen kritisiert, dann bedeutet dies, dass sich Ihr Partner dazu entscheidet.

Die Motivation für dieses Verhalten bleibt unklar, es sei denn, Ihr Partner klärt Sie über seine Motivation unmissverständlich auf. Dies wird im allgemeinen nicht der Fall sein.

Bei diesem Verhalten sind Sie mit einem Hauptphänomen konfrontiert und weiteren Unterphänomenen.

Hauptphänomen

Das Hauptphänomen ist, dass Ihr Partner Sie oft kritisiert. Das Verhalten wird zu einem unangenehmen Phänomen, weil Ihr Partner Sie immer wieder kritisiert.

Grundsätzlich ist meines Erachtens nichts dagegen einzuwenden, dass unsere Partner auch einmal mit unserem Verhalten nicht einverstanden sind.

Exkurs

Bezogen auf dieses Verhalten von Mobbing zu sprechen oder dieses Verhalten überhaupt in irgendeiner Form kategorisieren zu wollen, ist ein wenig hilfreicher Umgang mit diesem Phänomen.

Mobbing unterstellt eine spezielle Absicht, die reine Spekulation ist.

Der Wunsch, das Verhalten ein zu sortieren, beinhaltet den Versuch, das Verhalten zu verstehen.

Erklären könnte das nur der Handelnde selbst; wenn er es denn kann.

Unterphänomene

Zusätzliche Phänomene können sich für Sie daraus ergeben, in welchen Situationen Ihr Partner Sie kritisiert oder welche Mitmenschen dann anwesend sind.

Kritisiert Sie Ihr Partner direkt morgens zu Beginn eines neuen Tages oder abends beim gemeinsamen Abendbrot oder am Wochenende? Oder scheint es bzgl. der Tageszeit eher zufällig, dass Ihr Partner Sie kritisiert.

Kritisiert Ihr Partner Sie vor befreundeten Paaren, vor seiner oder Ihrer Familie, vor seinen Freunden oder vor Ihren Freunden, vor seinen oder Ihren Arbeitskollegen?

Ein weiteres Phänomen ergibt sich daraus, welches Verhalten Ihrerseits Ihr Partner kritisiert.

Bezieht sich die Kritik Ihres Partners auf Ihre Verrichtung von Aufgaben (Gartenpflege, Kochen, Erziehung usw.) oder auf Ihr Aussehen oder auf Ihre Kontakte oder Ihre Herkunftsfamilie oder, oder ,oder?

Abhängig davon sind Sie zusätzlich mit Teilphänomenen konfrontiert, mit denen Sie zusätzlich umgehen müssen. Wie angekündigt, finden Sie in Kürze in der Kategorie Selbstwahrnehmung einen begleitenden Artikel zu diesem Verhalten.

Fazit

Ich hoffe, Sie merken, dass das Verhalten, Sie immer wieder vor anderen Mitmenschen zu kritisieren, neben dem Hauptphänomen eine Vielzahl an Unterphänomenen erzeugen kann. Auch diese haben auf Sie eine Wirkung, die unangenehm ist.

Sie werden bei jeder erneuten Kritik aufgefordert, mit dieser umzugehen. Dies bedeutet, dass Sie unter anderem bzgl. Ihrer Selbstwahrnehmung gefordert werden.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie gerne Ihren Kommentar. Ich freue mich auf Rückmeldungen.

* Zur besseren Lesbarkeit benutze ich in diesem Artikel die männliche Form. Der Artikel schließt die weibliche Form mit ein. Das bedeutet, dass sowohl Männer als auch Frauen dieses Verhalten zeigen können.


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