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Haushalt und Erziehung und Rollenverständnis

Erstellt von Michael Ueberschaer am 27.02.2017, 15:05

 

Im ersten Artikel dieser Serie habe ich etwas zur klassischen Rollenaufteilung gesagt. Der Mann arbeitet allein und die Frau ist zuhause und kümmert sich um Haushalt und Erziehung.

Dann haben Männer bei einer 40 Stunden Woche durchaus Zeit, sich ihrerseits um Haushalt und Erziehung zu kümmern. Doch was ist, wenn Sie als Mann sich dennoch nicht um Haushalt und Erziehung kümmern. Was ist, wenn Sie als Frau allein bleiben mit den Aufgaben des Haushalts und der Erziehung?

Klassisches Rollenverständnis

Dann liegt es nahe, dass Sie als Mann ein klassisches Rollenverständnis haben. Wenn dem so ist, dann sind Sie als Mann nicht einfach nur faul, sondern Sie sind der Überzeugung, dass die Aufgaben des Haushalts und die Erziehung allein Ihrer Frau zufallen. Das bedeutet, dass Sie dann als Mann einen triftigen Grund haben, nicht im Haushalt oder bei der Erziehung zu helfen.

Als Frau werden Sie mit Ihrer Bitte, Ihr Mann möge Aufgaben im Haushalt übernehmen und sich auch um die Kinder kümmern, regelmäßig auflaufen. Die Folge wird dann sein, dass Sie unzufrieden sind und sich weitere unangenehme Gefühle bie Ihnen einstellen.

Eigene Erfahrungen mit Rollen

Unsere Erfahrungen prägen uns. Wenn Sie als Mann bei Eltern aufgewachsen sind, die sich klassisch aufgeteilt haben, Ihr Vater geht arbeiten, Ihre Mutter schmeißt den Haushalt und die Erziehung, dann sind Sie vermutlich in diese Richtung geprägt.

Haben Sie als Frau den Wunsch nach Unterstützung im Haushalt und bei der Erziehung, dann ergibt sich daraus die Notwendigkeit, hierüber ins Gespräch zu kommen. Es ist dann nicht hilfreich, dass Sie sich als Frau beklagen oder um Unterstützung bitten.

Wichtig ist dann, dass Sie Ihre Prägungen und damit vorhandenen Vorstellungen sich selbst und Ihrem Gegenüber bewusst machen. Nur dann haben Sie die Basis, um, wenn dann möglich, in kleinen Schritten gemeinsam an Veränderungen zu arbeiten.

Bereitschaft zur Veränderung notwendig

Um eine Prägung wie ein Rollenverständnis verändern zu können, ist eine innere Bereitschaft zur Veränderung notwendig. Diese stellt sich nicht einfach ein. Vielmehr ist es so, dass dafür eine Auseinandersetzung mit unserer eigenen Person notwendig ist. Dies erfordert Arbeit und kann dauern. 

Eine Prägung ist Teil unserer Identität. Das bedeutet auch, dass mit der Bearbeitung einer Prägung unsere Identität gefährdet sein kann. Deshalb fällt insbesondere Männern das Ablassen von einer Prägung oft schwer. Es kann für Männer also gefährlich sein, sich mit einer eigenen Prägung zu beschäftigen und an einer Veränderung zu arbeiten.

Für Sie als Frau bedeutet dies, dass Sie mit immer wiederholten Forderungen Ihren Partner schnell überfordern. Ohne eine gemeinsame Verständigung auf das Phänomen, hier eine erfahrende Prägung durch das Elternhaus seitens des Mannes, werden Sie diesen Konflikt nicht gemeinsam bearbeiten können.

Dies kann natürlich auch im umgekehrten Fall, Sie als Frau sind geprägt, und Ihr Mann wünscht sich eine Veränderung, gelten 

Fazit

Prägungen stiften Identität. Dies gilt auch bzgl. unserer Rollenbilder und unseres Rollenverständnisses. Da Männer oft eine wackelige Identität haben, sind Männer dann besonders gefordert, Veränderungen einzuleiten.

Das daraus resultierende Verhalten ist nur selten auf die Partnerin oder Ehefrau bezogen, kann aber dennoch zu erheblichen Schwierigkeiten in Ehe und Partnerschaft führen.