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Klassische Beziehungsprobleme - Bekannte Konflikte

Erstellt von Michael Ueberschaer am 02.02.2017, 10:54

  Wenn Sie sich in einer Zweierbeziehung befinden, werden Sie Konflikte erleben. Diese lassen sich in Beziehungen nicht vermeiden.

Bestimmte Themen oder Aspekte Ihrer Lebensgestaltung als Paar erleben die meisten Paare als belastend. Mit diesem Artikel starte ich eine Artikelserie zu allseits bekannten Themen oder Fragestellungen innerhalb Ihrer Beziehung.

Beginnen möchte ich mit dem Thema Haushaltsführung. In diesem Artikel möchte ich erste Überlegungen rund um dieses Konflikt-Thema anstellen.

Dabei soll es zunächst um Ihre Ressourcen gehen.

Beziehungsprobleme und Ihr Haushalt

Muss der Mann sich im Haushalt einbringen? Muss der Mann kochen, Wäsche waschen, für Ordnung sorgen, sich um die Erziehung der eigenen Kinder kümmern?

Heute kann ich sagen, dass dies den vielerorts formulierten Vorstellungen einer modernen Beziehung entspricht. Der Mann sollte nicht nur Versorger sein, sondern sich auch für die Belange des eigenen Haushalts und der Kindererziehung interessieren und sich einbringen.

 
Und dennoch ergeben sich genau zu diesem Aspekt in vielen Partnerschaften nachhaltige Unstimmigkeiten.

Ist der Haushalt auch Männersache?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Frage von vornherein das Thema oder diesen elementaren Aspekt unserer Beziehungsgestaltung extrem verkürzt.

Wenn es einfach wäre und mit der Beantwortung dieser Frage alle Unstimmigkeiten zu beseitigen wären, wäre dies nicht eines der konfliktträchtigsten Themen innerhalb von Zweierbeziehungen.

Erstaunlicher Weise gibt es sie, die Paare, bei denen es rund um dieses Thema kaum zu Auseinandersetzungen und Unzufriedenheiten kommt. Außerdem ist es nicht ausschließlich so, dass sich Frauen darüber zu beklagen haben. Auch gibt es Männer unter Ihnen, die die Erfahrung machen, dass ihre Partnerin sich nicht ausreichend um die Haushaltsführung kümmert.

Keine ausschließliche Frage des Geschlechts

Das bedeutet, dass nicht allein das eigene Geschlecht Ihre Haltung zur Führung des eigenen Haushalts beeinflusst.

Tatsächlich ist es so, dass auch Ihre aktuelle Lebenssituation eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die immer noch weit verbreitete Rollenverteilung bei Eltern ist, dass der Mann allein arbeitet und die Rolle des Versorgers inne hat. 

Nur der Mann arbeitet

Stunden_pro_WocheBei einer 40 Stunden-Woche des Mannes sieht es mit den Stunden dann so aus wie in den beiden Grafiken.

Als Vater haben Sie rein rechnerisch also knappe 7 Stunden zur Verfügung, in denen Sie sich in irgendeiner Form in den Haushalt oder die Kindererziehung einbringen können.

Folgende Tätigkeiten könnten Sie übernehmen (Auszug):
  • Einkaufen
  • Kochen
  • Wäsche waschen
  • Staubsaugen
  • Staub wischen
  • Müll raus bringen
  • Aufräumen
  • Hausaufgaben betreuen
  • Elternabende besuchen
  • Kinder zur KITA, Schule bringen, Kinder abholen
  • Zeit mit Kindern verbringen
Diagramm_Stunden_pro_WocheAls Paar, Ehepaar und/oder Eltern bedarf es selbstverständlich der Abstimmung, welche Aufgaben sie als Mann sinniger Weise übernehmen.

Was ist aber, 
  1. wenn Sie als Mann auf dem Standpunkt stehen, dass Sie doch schon 40 Stunden arbeiten und Ihre Ruhe haben möchten.
  2. wenn Sie kein 'moderner' Mann sind und die Arbeit im Haushalt und/oder die Erziehung Ihrer Kinder Ihrer Frau überlassen möchten.

Zu 1.

Dieses Argument hat logischer Weise nur unter bestimmten Gegebenheiten ein gewisses Gewicht.

Wenn Ihre Partnerin oder Frau während Ihrer Abwesenheit im Haushalt oder mit der Erziehung Ihrer Kinder mit einem ähnlichen Stundenumfang beschäftigt ist, sollten Sie noch einmal in sich gehen.

Zu 2.

Viel problematischer ist dieses Argument, da es dabei um Rollenverständnisse geht.  Wenn Sie als Frau damit einverstanden sind, gibt es diesbezüglich keine Beziehungsprobleme.

Ich denke allerdings, dass dies eher die Ausnahme ist. Dann sind Sie als Mann gefordert, Ihr Rollenverständnis zu bearbeiten.
Ansonsten erhalten Sie ein Beziehungsproblem, welches wesentlich schwieriger auf zu lösen ist und Sie als Paar zermürben kann.

Fazit

Bei der klassischen Aufteilung und einer 40 Stunden Woche des Mannes bleibt rechnerisch ausreichend Zeit, sich als Mann und/oder Vater in den Haushalt bzw. die Kindererziehung ein zu bringen.

Dies ist eine erste nüchterne Betrachtung vorhandener Ressourcen.

Wenn Ihre Ressourcen so ähnlich verteilt sind, dann ist das 1. vermeintliche Argument kein Argument. Da innerhalb einer Partnerschaft die Lasten möglichst gleich verteilt sein sollten, sind Sie also als Mann gefordert.

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