Kann unsere Hand ausrutschen?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 07.03.2016, 15:07

 

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig mit NEIN zu beantworten!

Und dennoch hält sich diese Formulierung im Zusammenhang mit Gewaltverhalten und häuslicher Gewalt hartnäckig, indem Sie immer und immer wieder von Tätern, Täterinnen und erstaunlicher Weise von den betroffenen Opfern genutzt wird.

"Meinem Mann ist da halt mal 'die Hand ausgerutscht'".

Wie kann das sein?


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Wenn sich innerhalb einer Familie oder Partnerschaft eine Person dazu entscheidet, Gewaltverhalten zu zeigen, dann ist das ein ungeheuerlicher Vorgang, der bei allen Beteiligten eine Vielzahl von Gefühlen auslöst.

Im Gewaltkreislauf gehen Täter oder Täterin und das betroffene Opfer fast wie selbstverständlich ihren Weg:

Dieser Weg führt dahin, dass der Täter/die Täterin seine/ihre Verantwortung an das Opfer abgibt und das Opfer die Verantwortung übernimmt.

 

Abwehr unangenehmer Gefühle

Mit der Formulierung "Die Hand ist ausgerutscht' wehren nicht nur Täter/Täterinnen und betroffene Opfer ihre Gefühle wie Schockiertheit, Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht ab, sondern auch Mitmenschen, die nur indirekt betroffen sind.

Verantwortungsabgabe wird probates Mittel

Damit erhalten Täter und Täterinnen die Botschaft, dass die Verantwortungsabgabe bei Gewaltverhalten ein gesamtgesellschaftlich probates und anerkanntes Mittel ist, um mit Gewaltverhalten um zu gehen.

Beendigung von Gewaltverhalten ist damit erschwert

Nicht nur, dass eine Hand selbstverständlicher Weise nicht ausrutschen kann; die mit der Formulierung einhergehende Distanzierung von der eigenen Entscheidung, Gewaltverhalten zu zeigen, läßt Täter und Täterinnen hilflos zurück, denn sie müssen zu der Erkenntnis kommen, das sie keinen Einfluß auf ihr Gewaltverhalten haben.

Entscheidung für Gewaltverhalten ermöglicht andere Entscheidung

Erst die Anerkennung der eigenen Verantwortung für das gezielte Führen der eigenen Hand gegen die Partnerin/den Partner oder die eigenen Kinder eröffnet die Möglichkeit zur Veränderung.


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