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Ist das Mitspielen von Videospielen notwendig?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 16.08.2016, 10:00

 

Ich kann sagen, dass ich selbst ganz gerne mal am PC ein Spiel spiele. Wenn ich dies auch nicht mehr so oft und so lange wie früher mache, ist es mir manchmal ein netter Zeitvertreib.

Dies gilt für Kinder heute im besonderen Maße. Die Vielzahl an Geräten, auf denen Kinder heute Spiele spielen können, ist fast erschlagend.

Eine viel genutzte Möglichkeit ist heute auch das Spielen von Online-Spielen. Diese bieten oft eine Chatfunktion, mit der man sich mit anderen Spielern oder Spielern des eigenen Teams unterhalten kann. Dies öffnet problematischer Weise Tor und Tür für Menschen, die keine guten Absichten haben.

Ihre Erziehungsverantwortung beinhaltet entsprechend auch, hier die schützende Hand drüber zu legen. Ich bin nun auf einen Artikel gestoßen, der nahelegt, dass Sie mitspielen.

Müssen Sie mitspielen?

Nein!

Sie müssen nicht mitspielen.

Für mich liest sich der benannte Artikel wie eine verschleierte Werbeanzeige. Hier wird das Spielen von Videospielen in den Himmel gelobt und die speziellen Kompetenzen, die Kinder dabei erwerben, glorifiziert.

Eindemensional

Nun bewegen wir uns in ihrer Welt, einer Welt, in der sie Grandioses vollbringen: das Universum retten, Kriege gewinnen oder gottgleich über virtuelle Untertanen regieren. Von der Anlage her erinnern einige Spiele an Räuber und Gendarme.

Der Autor spricht nicht darüber, dass das Spielen von Videospielen grundsätzlich eine eindimensionale Erfahrung bleibt, die abhängig vom Alter in eine Sackgasse führt. Der Autor spricht nicht davon, dass Kinder erst ab dem 12. Lebensjahr beginnen, zu abstrahieren und logisches Denken zu entwickeln.

Diese Spiele erinnern an Räuber und Gendarme, nicht mehr und nicht weniger.

Videospiele haben grundsätzlich einen Nachteil. Diesen begreifen andere als Vorteil, nämlich diejenigen, die ihre Spiele verkaufen möchten. Der Nachteil ist, dass sie einen in den Bann ziehen und einen abtauchen lassen können.

Entwicklungsstufen

Der Autor erwähnt nicht, dass Kinder im Laufe ihrer Entwicklung bestimmte Stufen durchlaufen. Diese sind damit verbunden, dass sie entsprechende Anregungen und Erfahrungsmöglichkeiten erhalten sollten. 

Eltern sind erwachsen

Der Autor spricht nicht darüber, dass es einen Unterschied gibt. Sie als Eltern sind erwachsen und haben damit naturgemäß einen anderen Blick auf diese Spiele. Sie haben den Blick eines Erwachsenen. Kinder lassen sich schnell begeistern und werden dem folgen, was ihnen leicht fällt.

Altersbeschränkung?

Es wird auch nicht gesagt, dass Kinder auf Spiele und insbesondere auch auf Online-Spiele erst ab einem gewissen Alter Zugriff haben sollten. Mir ist bekannt, dass insgesamt gesellschaftlich der Umgang mit Medien recht unreflektiert ist. Entsprechend ist es weit verbreitet, Kindern den Zugriff trotz Altersbeschränkung zu gewähren.

Es machen halt alle so.....

Suchtgefahr?

Der Autor spricht auch nicht davon, dass mit der Faszination auch ein Risiko einher geht. Wenn Kinder zu früh zu viel Zugang zu Videospielen erhalten, dann kann dies zur Folge haben, dass sie den Umgang mit diesen Spielen nicht mehr angemessen steuern können.

Ob ein Kind sein Spielverhalten altersgerecht gestalten kann, hängt natürlicher Weise auch von anderen Faktoren ab. Es ist meines Erachtens allerdings fahrlässig, einen derart einseitigen Artikel zu verfassen.

Fazit

Es ist nicht grundsätzlich etwas gegen Videospiele zu sagen, Entscheidend ist der Umgang mit diesen. Die Verantwortung bezogen auf Ihre Kinder liegt bei Ihnen als Eltern. Sie müssen nicht mitspielen, um ihre Aufgaben als Eltern wahr zu nehmen; sie können mitspielen, wenn Sie tatsächlich Lust dazu haben.

Bedenken Sie immer, dass diese Spiele auf Sie als Erwachsene nicht dieselben Auswirkungen haben wie auf Ihre Kinder.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen.