Initiative MINT Zukunft schaffen - Was steckt dahinter?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 03.06.2016, 18:47

 

Diesen Satz formulierte Frau Merkel beim MINT Gipfel 2016:

"In der Wirtschaft rücke „zunehmend die Fachkräfte-Frage in den Fokus“

Und auf der Homepage der MINT Initiative heißt es:

Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist gefährdet durch den Mangel an Nachwuchs in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Der Engpaß an naturwissenschaftlich-technisch qualifizierten Fachkräften ist ein strukturelles Problem, das schon heute als Wachstums- und Innovationsbremse einen hohen Wertschöpfungsverlust für die deutsche Volkswirtschaft verursacht – mit steigender Tendenz.

Diese beiden Zitate passen hervorragend und fassen präzise zusammen, wofür die Initiative MINT steht. Die Initiative ist eine Lobby-Vereinigung. Sie versucht, auf die Bildungspolitik Einfluß zu nehmen.

Die Liste der sich im Strategie-Rat der MINT-Initiative vertretenen Institutionen macht klar, welchen Zielen sich die MINT-Initiative verpflichtet hat.

Verwertbarkeit von Kindern als Arbeitnehmer

Es geht meines Erachtens wieder einmal um die Verwertbarkeit von Auszubildenden.


MINT ist die Abkürzung für die Begriffe Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Initiative setzt sich für die Bildung in den benannten Fächern ein.

Das nationale MINT-Form hat den den MINT-Gipfel 2016 ausgerichtet. Auf der Homepage ist folgendes zu lesen:

Gegründet wurde der Zusammenschluss im Jahr 2012 auf Initiative von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der BDA/BDI-Initiative „MINT Zukunft schaffen“. Zu den Gründungsmitgliedern zählen zahlreiche Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, Fachverbände, Hochschulallianzen und andere Initiativen. Diese verstehen MINT-Bildung als wesentlichen Bestandteil einer umfassenden Bildung. Sie stehen für die gesamte MINT-Bildungskette: von der frühkindlichen über die schulische und die außerschulische, die berufliche und die akademische Bildung bis zur Weiterbildung und zum lebenslangen Lernen.

Ich beobachte die Aktivitäten dieser Initiative mit großer Sorge. Neben dem Aktions Rat mischt sich nun eine weitere Lobby-Vereinigung in die Gestaltung der Bildung in diesem Land ein.

Die Forderungen dieser Initiative bedeuten noch mehr Inhalte für Grundschüler. Denn sie fordert digitale Bildung auch in Grundschulen.

Der Graben in den Grundschulen ist jetzt schon groß genug.

Tatsächlich wird hier auch von frühkindlicher Bildung gesprochen. Die Damen und Herren, die sich da vernetzen, wollen auch für kleine Kinder schon die Konfrontation mit den neuen Medien.

Und Frau Merkel lässt sich hier nach meinem Eindruck vor den Karren spannen. Laut Tagesspiegel empfiehlt Frau Merkel, dass Schüler die Fähigkeiten, die Sie im Umgang mit Smartphones haben, auch in der Schule nutzen. Das liest sich schon ein wenig absurd, wenn man mitbekommen hat, dass es Schulen gibt, die Smartphones verbieten.

Die MINT Initiative möchte die eigene Verantwortung für die Ausbildung von Fachkräften an die Schulen und deren Akteure, die Eltern und die Schüler abgeben.

Schüler, Lehrer und Eltern sind jetzt schon mit den zusätzlichen Anforderungen überfordert. Die Folge sind gestörte Binnenbeziehungen zwischen Lehrern, Lehrern und Eltern, Lehrern und Schülern und Schülern und Schülern in den Bildungseinrichtungen.

Bemerkenswert ist auch die Aussage von Frau Gesche Joost, die ich hier im Ganzen zitiere:

„Bring your own device“ – die Nutzung eigener Geräte – sei ein guter Weg, um schnell mehr IT in die Schule zu bringen, sagt Joost. Aber auch dafür fehle eine Strategie. Ein weiteres Hemmnis sieht sie in der Skepsis gegenüber der Digitalisierung, vor allem bei Eltern. „Viele sagen, mein Kind soll lieber mit Holzspielzeug spielen und auf Bäume klettern.“ Diesen Gegensatz müsse man „einfach vergessen“. Es sei möglich, beides zu verbinden, etwa beim Geocaching, der elektronischen Schatzsuche im freien Gelände.

Ich finde es bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Dame voraussetzt, dass jedes Kind ein eigenes Gerät besitzt. Und meines Erachtens anmaßend ist es, den Eltern eigene Vorstellungen für Ihre Kinder abzusprechen.

Die gesellschaftlichen Entwicklungen haben bereits weitreichende Auswirkungen. Eltern trauen sich kaum noch, anhand Ihrer eigenen Vorstellungen ihr Erziehungsverhalten zu gestalten. Sie werden zunehmend durch Vorgaben von außen gelenkt.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Was halten Sie von den Forderungen, die von der MINT Initiative verbreitet werden? Schreiben Sie Ihren Kommentar.


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