Häusliche Gewalt - Gewaltkreislauf - 8. Phase

Erstellt von Michael Ueberschaer am 27.11.2017, 10:10

 

In der vorherigen Phase ist der Täter oder die Täterin die eigene Verantwortung für das Gewaltverhalten wirklich los geworden.

Während Täter oder Täterinnen nun keinen Bezug mehr zu ihrem Gewaltverhalten haben, sind Opfer umso mehr mit diesem beschäftigt.

Im folgenden erfahren Sie, was die 8. Phase des Gewaltkreislaufs ausmacht.

Ohnmacht beim Täter oder der Täterin

Wenn Täter und Täterinnen keine Verantwortung für Ihr Gewaltverhalten haben, können sie dies auch nicht beeinflussen. So erklärt sich, dass Täter* oft Sätze benutzen, wie 'Es ist einfach passiert' oder 'Mir ist die Hand ausgerutscht'.
 


Die Annahme, dass jemand nicht für sein eigenes Verhalten verantwortlich ist, ist vollkommen absurd. Und dennoch ist es gängig, genau das bei Gewaltverhalten zu tun.

Neben der Verantwortung beim Opfer wird die Verantwortung oft dem Alkohol, der Arbeit oder anderen äußeren Umständen zugewiesen.

Diese Annahmen schließen aus, dass Täter eine Entscheidung für ihr Gewaltverhalten treffen. Es beinhaltet, dass Tätern ihre eigene Handlung widerfährt, einem Regenschauer gleich, gegen den sie nichts tun können.

Sind Täter ihre Verantwortung im Gewaltkreislauf wieder einmal losgeworden, stellen sich bei ihnen diverse Gefühle ein.

Angst

Wenn Täter keinen Zugriff auf Ihr Handeln haben, kann das 'Geschehene' jederzeit wieder passieren. Das kann selbstverständlich Angst verursachen.

Ohnmacht

Ohne Zugriff auf bestimmte Aspekte unseres Erlebens sind wir situationsbezogen ohnmächtig. Täter sind ihrem eignen Gewaltverhalten folgerichtig ausgeliefert und sind dann ohnmächtig.

Hilflosigkeit

Eine Veränderung des eigenen Gewaltverhaltens ist nun in weite Ferne gerückt. Oder besser gesagt, es gibt für den Täter keinen Weg, das eigene Gewaltverhalten zu bearbeiten. Die Folge ist für Täter Hilflosigkeit.

Ohne Einfluß

Damit sind Täter auch ihres Einflusses beraubt. Sie können damit vermeintlich ihr eigenes Erleben und Handeln nicht steuern.

Arbeit beim Opfer - Verhinderung von Gewaltverhalten

Opfern von Gewaltverhalten fällt also regelmäßig die gesamte Arbeit im Hinblick auf das Gewaltverhalten ihrer Ehefrau oder Ihres Ehemannes, Ihres Partners oder Ihrer Partnerin zu.

Sie betreiben nun zusätzlichen Aufwand, weitere Übergriffe zu vermeiden. Es sollte nun klar sein, dass Opfer einer unlösbaren Aufgabe gegenüber stehen.

Gründe in der Person des Täters

Denn die Gründe für das Gewaltverhalten des Täters liegen in der Person des Täters selbst.

Und dennoch versuchen Opfer, bestimmte Situationen zu vermeiden, es ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau leichter zu machen, sich mehr zu kümmern, alles besser zu machen, sodass der Täter keinen Grund mehr finden kann, zu zuschlagen.

Das Unterfangen von Opfern ist zum Scheitern verurteilt, denn tatsächlich entscheiden sich Täter dazu, zu zuschlagen, egal wie sehr sich Opfer bemühen, dies zu verhindern.

Fazit

Während Täter sich anderen Aspekten ihres Daseins zuwenden, sind Opfer ständig mit dem Gewaltverhalten des Täters konfrontiert. Davon bekommen Täter nichts mit.

Opfer haben keinen Einfluss auf das Verhalten Ihrer Partner oder Partnerinnen, Eltern oder anderer Personen. Dass sie dies dennoch annehmen und glauben, ergibt sich aus dem Gewaltkreislauf.


* Für eine bessere Lesbarkeit verwende ich ab hier die männliche Form. Damit sind auch Frauen als Täter eingeschlossen.


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