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Häusliche Gewalt - Gewaltkreislauf - 7. Phase

Erstellt von Michael Ueberschaer am 28.11.2017, 09:00

 

Im Gewaltkreislauf folgen Täter und Opfer einem Prinzip.

Das Opfer ist verantwortlich und der Täter oder die Täterin musste und wird aufgrund des Verhaltens des Opfers zuschlagen.

Im folgenden möchte ich Sie mit der 7. Phase des Gewaltkreislaufs bekannt machen.

Verantwortungsabgabe durch Täter und Täterin

Der Täter hat bis hierher viel unternommen, um an der eigenen Verantwortungsabgabe zu arbeiten.

Dazu gehört, dass er/sie nach Ursachen außerhalb seiner/ihrer Person für sein Verhalten gesucht hat und diese letztlich findet.
Er oder sie entschuldigt sich für sein Verhalten und die Entschuldigung wurde vom Opfer angenommen.

?Verantwortung beim Opfer

Hieraus resultiert, dass der Täter oder die Täterin die Verantwortung nicht nur innerlich abgibt, sondern dies auch real durchführt. Das Opfer, Ehefrau, Ehemann, Partner, Partnerin, der Sohn oder die Tochter wird verantwortlich bzw. ist von nun an verantwortlich für das Gewaltverhalten des Täters oder der Täterin.

Opfer können auf diese Weise ihre Ohnmacht und Hilflosigkeit beiseite schieben, denn sie sind am Geschehen wieder beteiligt und haben wieder Zugriff darauf, was ihnen widerfährt. Andererseits ist die Folge, dass Opfer von nun an damit beschäftigt sind, die Arbeit des Täters zu machen, weiteres Gewaltverhalten zu vermeiden.

Opfer versuchen also ihrerseits, mögliche Auslöser von Gewaltverhalten durch ihren Partner oder ihre Partnerin zu vermeiden. Sie geben sich große Mühe, besser zu sein als vorher, alles akribischer und genauer zu verrichten; alles mit dem Ziel, den Täter oder die Täterin nicht zu verärgern.

Opfer sind also ständig in Hab-Acht-Stellung, sind gezwungen neben der Alltagsbewältigung weitere Arbeit zu verrichten. Das bedeutet auch, dass Opfer nach jeder weiteren Gewalttat neue Gründe für das Gewaltverhalten des Täters oder der Täterin ausmachen und die damit verbundenen Situationen zu vermeiden suchen.

Täter und Täterinnen sind nun unbeteiligt

Im Alltag spielt das eigene Gewaltverhalten nun für Täter und Täterinnen keine Rolle mehr. Sie setzen alles daran, dass dies auch so bleibt. Sie geben sich vielleicht in anderen Bereichen mehr Mühe, arbeiten mehr oder länger, kümmern sich anders und intensiver um die Kinder oder bringen sich anderweitig mehr ein. Das Verhalten in dieser Phase ist sehr individuell und unterscheidet sich von Täter zu Täter oder Täterin zu Täterin.

Fazit

Die Phase, in der sich Täter und Täterinnen von der eigenen Verantwortung befreien, ist von besonderer Bedeutung.

Während diese von nun an (bis zur nächsten Tat) nichts mehr ihrem Gewaltverhalten zu tun haben, sind Opfer um so mehr beschäftigt.

Opfer sind nun nicht nur mit ihren unangenehmen Gefühlen konfrontiert, diese werden zwischendurch immer wieder erlebt und dann beiseite geschoben, sondern befinden sich nach einer Tat vermehrt in Arbeit.

Die Freude am Leben ist eingeschränkt und wird dies weiterhin sein. Die nächste Tat wird wieder mehr Arbeit und weitere Anstrengungen auslösen.

Opfer kümmern sich zunehmend weniger um sich selbst, finden also selbst immer weniger statt.