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Häusliche Gewalt - Der Gewaltkreislauf - 5. Phase

Erstellt von Michael Ueberschaer am 03.01.2017, 13:10

 

Häusliche Gewalt ist das unangenehmste Phänomen in Zweierbeziehungen.

Problematisch ist, dass Täter und Täterinnen sich mit ihrer ersten Tat im Gewaltkreislauf befinden.

Während die betroffenen Ehefrauen oder Ehemänner bzw. Partnerinnen bzw. Partner die Verantwortung übernehmen, erkennen die Täter und Täterinnen kaum , was sie anrichten.

In diesem Artikel meiner Artikelserie zum Gewaltkreislauf möchte ich mich mit der 5. Phase im Gewaltkreislauf beschäftigen.

5. Phase im Gewaltkreislauf

Entschuldigung, Versprechungen, Wiedergutmachung durch den Täter*

Nachdem der Täter seine Tat bereut, sich für sein Gewaltverhalten schämt, beginnt er in der 5. Phase scheinbar damit, an seiner eigenen Verantwortung zu arbeiten.

Das bedeutet allerdings nur, dass er sich beim Opfer entschuldigt, verspricht, dass sein Gewaltverhalten ein Ausrutscher war und nicht mehr vorkommt und anbietet an, dies wieder gut zu machen.

Der Täter ist in dieser Phase fest davon überzeugt, dass seine 1. Gewalttat die letzte Gewalttat war. Wiedergutmachungen können in Form von Blumen, anderen Geschenken, einem Restaurantbesuch oder auch einem Kurzurlaub erfolgen.

Annahme der Entschuldigung durch das Opfer

Das Opfer nimmt die Entschuldigung des Täters und auch die Angebote zur Wiedergutmachung an. Da ein körperlicher Übergriff durch den Partner verstörend ist und erhebliche Angst auslöst, sieht das Opfer auch keine andere Handlungsmöglichkeit.

Da der Täter ansonsten meistens als liebender Partner erlebt wird, möchte das Opfer den Versprechungen des Täters gerne glauben.
 

Schweigen im weiteren Verlauf

Ist die Gewalttat des Täters somit vermeintlich genug besprochen, gehen Täter und Opfer zunehmend dazu über, nicht mehr über das 'Vorkommnis' zu sprechen. Darin liegt auch die Annahme, dass durch das Schweigen auch keine weitere Gewalttat 'vorkommen' wird.

Fazit

Der Täter muss für die Aufrechterhaltung seines eigenen Bildes von sich selbst die Schuld, besser gesagt Verantwortung loswerden.

Logisch ist dann, sich beim Opfer zu entschuldigen. Wenn das Opfer die Entschuldigung annimmt, ist die 'Sache' erledigt. Der Täter braucht sich mit der eigenen Verantwortung weniger auseinandersetzen.

* Ich benutze ab hier zur besseren Lesbarkeit die männliche Form. Mein Artikel schließt dennoch mit ein, dass es Täter und Täterinnen gibt, sich also Männer und Frauen gewalttätig verhalten (können).