Gewaltberatung nutzen bei häuslicher Gewalt?

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Ich habe bis April 2016 selbst Gewaltberatung angeboten. Letztendlich kann ich sagen, dass nur eine Minderheit der Täter und Täterinnen das Angebot der freiwilligen Täterarbeit nutzt. Da ich Gewaltberatung nun nicht mehr anbiete, kann ich anders über die Gewaltberatung schreiben. Denn ich gerate nun nicht mehr in Verdacht, mein Produkt verkaufen zu wollen. Das erlebe ich als sehr angenehm.

Meine neue Freiheit

Im möchte die neu gewonnene Freiheit dazu nutzen, mich sozusagen unabhängig mit der Gewaltberatung als Angebot der freiwilligen Täterarbeit zu beschäftigen.

Dieser Artikel richtet sich entsprechend vornehmlich an Täter und Täterinnen, die im häuslichen Bereich Gewaltverhalten zeigen.

Freiwilligkeit ist Bedingung und Fluch zugleich

Freiwilligkeit als Teil des Konzepts

Auch für die Gewaltberatung gilt, dass diese einen (maximalen) Nutzen nur entfalten kann, wenn sie freiwillig in Anspruch genommen wird. Das Angebot der Gewaltberatung geht sogar einen Schritt weiter und setzt Freiwilligkeit voraus.

Dies hat zur Folge, dass ein(e) Gewaltberater(in) mit zugewiesenen Tätern oder Täterinnen zwar arbeiten kann, allerdings z.B. nicht die Anwesenheitskontrolle übernimmt.

Für Täter und Täterinnen geht es immer darum, die Verantwortung für das eigene Handeln zu erkennen und diese zu übernehmen. Als Gewaltberater(in) die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ein Täter oder eine Täterin die vereinbarten Termine wahrnimmt oder überhaupt Termine vereinbart, wäre also kontraproduktiv.

Freiwilligkeit setzt Bedarf voraus

Die freiwillige Nutzung der Gewaltberatung setzt voraus, dass der Täter oder die Täterin einen Bedarf für sich erlebt.

Im Gewaltkreislauf macht ein Täter oder eine Täterin allerdings die Erfahrung, dass das eigene Gewaltverhalten funktioniert. Im Gewaltkreislauf wird er oder sie die eigene Verantwortung regelmäßig wieder los. Beratungsbedarf ergibt sich dadurch für Sie als Täter oder Täterin nicht.

Da hilft es Ihnen zunächst einmal nichts, Ihnen zu versichern, dass das Angebot der Gewaltberatung Ihnen die notwendige Unterstützung bieten kann. Solange Sie nicht an sich heran lassen, was Sie Ihrer Partnerin, Ihrem Partner und/oder Ihren Kindern mit Ihrem Gewaltverhalten antun, werden Sie keinen Bedarf nach Unterstützung merken.

Sollten Sie sich dennoch schon jetzt einen Eindruck darüber verschaffen wollen, wie Gewaltberater arbeiten, dann kann ich Ihnen den Film Das Problem ist meine Frau* empfehlen. Dieser zeigt zwar ausschließlich die Arbeit von Gewaltberatern; Gewaltberaterinnen, die Täterinnen beraten, haben allerdings eine ähnliche Arbeitsweise.

Wenn Sie Fragen haben oder Rückmeldungen geben möchten, schreiben Sie mir gerne einen Kommentar oder eine email.

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