Scheidung einer binationalen Ehe
Wenn Sie meine Artikel zu Beziehungen gelesen haben, ist Ihnen vielleicht klar geworden, welche besonderen...
Mehr lesen
Ehevertrag und Sittenwidrigkeit
Für viele Menschen ist der Gedanke an einen Ehevertrag unromantisch, für andere gehört er jedoch als...
Mehr lesen
Aggressives Verhalten und Gefühle
Im Artikel Was haben Sie von Ihrem aggressiven Verhalten habe ich darüber geschrieben, was Sie mit aggressivem...
Mehr lesen
Eltern klagen gegen Lehrerinnen und Lehrer
Bildung ist wichtig. Immer wieder werden diese Sätze in unserer Gesellschaft in den Mund genommen, sodass...
Mehr lesen
Dauerhafte Beziehung - Was ist nötig?
Wer sich schon einmal in einer Beziehung befunden hat oder sich aktuell in einer Beziehung befindet,...
Mehr lesen
Härtefallscheidung – Wann Scheidung beschleunigen
Über die Autorin: Laura Gosemann hat Germanistik und Linguistik an der Universität Potsdam studiert...
Mehr lesen
Blog

Blog

Häusliche Gewalt - Gewaltberatung nutzen?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 01.05.2016, 19:08

 

Ich habe bis vor kurzem selbst Gewaltberatung angeboten. Letztendlich kann ich sagen, dass nur eine Minderheit der Täter und Täterinnen das Angebot der freiwilligen Täterarbeit nutzt. Da ich Gewaltberatung nun nicht mehr anbiete, kann ich anders über die Gewaltberatung schreiben. Denn ich gerate nun nicht mehr in Verdacht, mein Produkt verkaufen zu wollen. Das erlebe ich als sehr angenehm.

Meine neue Freiheit

Im möchte die neu gewonnene Freiheit dazu nutzen, mich sozusagen unabhängig mit der Gewaltberatung als Angebot der freiwilligen Täterarbeit zu beschäftigen.

Dieser Artikel richtet sich entsprechend vornehmlich an Täter und Täterinnen, die im häuslichen Bereich Gewaltverhalten zeigen.

Freiwilligkeit ist Bedingung und Fluch zugleich

Freiwilligkeit als Teil des Konzepts

Auch für die Gewaltberatung gilt, dass diese einen maximalen Nutzen nur entfalten kann, wenn sie freiwillig genutzt wird. Das Angebot der Gewaltberatung geht sogar einen Schritt weiter und setzt Freiwilligkeit voraus.

Dies hat zur Folge, dass ein(e) Gewaltberater(in) mit zugewiesenen Tätern oder Täterinnen zwar arbeiten kann, allerdings z.B. nicht die Anwesenheitskontrolle übernimmt.

Für Täter und Täterinnen geht es immer darum, die Verantwortung für das eigene Handeln zu erkennen und diese zu übernehmen. Als Gewaltberater(in) die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ein Täter oder eine Täterin die vereinbarten Termine wahrnimmt oder überhaupt Termine vereinbart, wäre also kontraproduktiv.

Freiwilligkeit setzt Bedarf voraus

Die freiwillige Nutzung der Gewaltberatung setzt voraus, dass der Täter oder die Täterin einen Bedarf für sich erlebt.

Im Gewaltkreislauf macht ein Täter oder eine Täterin allerdings die Erfahrung, dass das eigene Gewaltverhalten funktioniert. Im Gewaltkreislauf wird er oder sie die eigene Verantwortung regelmäßig wieder los. Beratungsbedarf ergibt sich dadurch für Sie als Täter oder Täterin nicht.

Da hilft es Ihnen zunächst einmal nichts, Ihnen zu versichern, dass das Angebot der Gewaltberatung Ihnen die notwendige Unterstützung bieten kann. Solange Sie nicht an sich heran lassen, was Sie Ihrer Partnerin, Ihrem Partner und/oder Ihren Kindern mit Ihrem Gewaltverhalten antun, werden Sie keinen Bedarf nach Unterstützung merken. 

Sollten Sie sich dennoch schon jetzt einen Eindruck darüber verschaffen wollen, wie Gewaltberater arbeiten, dann kann ich Ihnen den Film Das Problem ist meine Frau empfehlen. Dieser zeigt zwar ausschließlich die Arbeit von Gewaltberatern; Gewaltberaterinnen, die Täterinnen beraten, haben allerdings eine ähnliche Arbeitsweise.

Wenn Sie Fragen haben oder Rückmeldungen geben möchten, schreiben Sie mir gerne eine email.