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Grenzen setzen in der Erziehung? Was ist damit eigentlich gemeint?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 02.06.2016, 13:26

 

Gerade ist mir wieder ein Artikel untergekommen. Der Titel lautet 'Erzieht Kinder! Setzt Grenzen!' . 

Eines ist klar. Sie können nicht nicht erziehen. Denn Sie erziehen auch, wenn Sie vermeintlich nicht erziehen. Doch in meinem folgenden Artikel soll es nicht um die konkreten Inhalte des verlinkten Artikels gehen, sondern um Grenzen.

Grenzen ziehen ist wichtig

Immer wieder ist zu lesen, wie auch in diesem Artikel, dass das Grenzen ziehen wichtig ist. Doch wozu ist das gut, Grenzen zu ziehen. Und welche Grenzen sind damit gemeint?

Ein Beispiel:

Der Tisch ist gedecktEs ist 18 Uhr und Sie haben für Ihre Familie ein warmes Essen zubereitet und allen Familienmitgliedern Bescheid gegeben, zum Essen zu kommen. Doch Ihr(e) Partner/in und Ihr(e) Kinder kommen nicht an den Esstisch. Diese Erfahrung machen Sie nicht zum ersten Mal.

Sie haben zum wiederholten Male mit einem Phänomen zu tun, welches durch die Mitglieder Ihrer Familie erzeugt wird. Sie warten auf Ihre Angehörigen und sitzen vielleicht allein am Tisch. Ein weiteres Phänomen ist, dass Sie nicht zum ersten Mal warten.

Wie geht es Ihnen damit? Es ist an zu nehmen, dass Sie nicht begeistert sind. Nehmen Sie sich die Zeit, heraus zu finden, was sich bei Ihnen einstellt; in der konkreten Situation und aufgrund des Umstands, dass Sie nun schon wieder allein bleiben. Nehmen Sie sich selbst wahr! Dann werden Sie erkennen, das vielleicht Ihre Grenze überschritten wurde.

Ihre Grenze wird überschritten

Wenn klar ist, dass Sie als Familie um 18 Uhr gemeinsam zu Abend essen, dann sollte dies bedeuten, dass sich alle um 18 Uhr am Esstisch einfinden, oder? Auch ohne Ihre Aufforderung sollte sich Ihre Familie um 18 Uhr einfinden.

Wenn dies regelmäßig nicht der Fall ist, dann wird Ihre Grenze regelmäßig übertreten; das bedeutet, dass sich bei Ihnen unangenehme Gefühle einstellen.

Was hat das mit Erziehung zu tun?

Bezogen auf Ihren Partner gar nichts, denn Ihr Partner sollte keine Erziehung mehr benötigen.

Bezogen auf Ihre Kinder zeigt dieses Beispiel, dass es in der Erziehung einen Unterschied zwischen Regeln und Grenzen gibt.

Regeln sind abstrakt

Wenn Sie versuchen, das pünktliche, selbstständige Erscheinen zum Abendessen als Regel durch zu setzen, werden Sie damit kaum weiter kommen. Regeln sind Verhaltensnormen und manchmal auch Verhaltenswerte, die etwas regeln sollen.

Grenzen spielen in Beziehungen eine Rolle

Wenn Sie sich bemühen, für Ihre Familie pünktlich um 18 Uhr eine warme Mahlzeit zur Verfügung zu stellen, dann möchten sie wahrscheinlich auch, dass Ihre Familienmitglieder Ihren Teil dazu beitragen, dass Sie gemeinsam um 18 Uhr essen.

Dabei muss es eben nicht nur um das Wohl Ihrer Kinder gehen, sondern es kann auch um Ihre Belange gehen; nämlich beispielsweise darum, dass Sie um 19 Uhr fertig sind mit allem rund um das Abendessen.

Grenzen in der Erziehung sind nicht abstrakt, sondern Grenzen haben etwas mit Ihren persönlichen Vorstellungen als Mensch und Erziehungsberechtigter zu tun.

Kennen Sie ähnliche Situationen? Wie sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie Ähnliche Beispiele. Schreiben Sie gerne in die Kommentare!