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Gewaltverhalten in KITAS - Der Umgang mit der Verantwortung

Erstellt von Michael Ueberschaer am 11.07.2016, 15:25

 

Haben Sie meine Artikel (z.B. http://gewaltberatung-bremen.de/blog/alkohol-und-haeusliche-gewalt.html) zur Verantwortung bei Gewaltverhalten gelesen?

Dann sind Sie damit vertraut, dass ausschließlich Täter und Täterinnen für ihr Gewaltverhalten verantwortlich sind, nicht die Opfer oder äußere Umstände.

Reaktionen lassen oft anderes vermuten

Nun habe ich zum Thema Gewalt in KITAS einen kurzen Artikel gefunden, indem ein anderer Eindruck erweckt wird.

Im Artikel wir berichtet, dass sich Fälle von Kindswohlgefährdung von 2012 auf 2015 versiebtfacht haben. Leider wird nicht gesagt, bei welchen tatsächlich körperliche Gewalt eine Rolle gespielt hat. Bei den meisten soll dies der Fall gewesen sein.

Überforderung als Grund?

Auch im Artikel wird behauptet, dass Überforderung Gewalt auslösen kann.

Das ist leider völliger Quatsch.

Verantwortlich sind die jeweiligen Erzieher oder Erzieherinnen selbst. Denn Sie gehen mit Ihrer Überforderung so um, dass Sie sich am Ende körperlich übergriffig verhalten.

Konkret bedeutet dies, dass Sie wahrscheinlich annehmen, dass sie nicht überfordert sein dürfen. Gewaltverhalten ist die extreme Form, die eigene Überforderung zu beseitigen.

Leider meldet sich scheinbar auch die GEW zu Wort. Diese beklagt die mangelnde Ausbildung von Erziehern. Merken Sie, was da drin steckt? Am Ende sind Politiker oder Verbände oder was sonst verantwortlich, nicht die schlagenden Erzieher oder Erzieherinnen.

Am Ende des Artikels heißt es:

Mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Anspruch auf Kindergartenplätze sei die fachliche Ausbildung des Kitapersonals „völlig unkontrolliert“ geworden, sagte Hocke.

Diese Art von Bemerkungen ist ausgesprochen fragwürdig und aus meiner Sicht mindestens fahrlässig im Umgang mit Gewaltverhalten. Die Qualität oder mangelnde Qualität von Ausbildung ist nicht verantwortlich für das Gewaltverhalten von Erziehern oder anderem Fachpersonal.

Fazit

Sie finden hier ein Beispiel für die gesellschaftliche Verschiebung von Verantwortung. Im Bezug auf Gewaltverhalten ist dies besonders schmerzlich, verbunden mit problematischen Folgen.