Gewalt gegen Frauen - Häusliche Gewalt ist ein unangenehmes Phänomen

Erstellt von Michael Ueberschaer am 19.05.2016, 23:19

 

Ein Mann zu werden ist nicht einfachLeider sind Männer vielfach dafür verantwortlich, dass Frauen Opfer Ihres Gewaltverhaltens werden.

Entgegen Ihrer Versprechungen, die sie innerhalb ihres Gewaltkreislaufs machen, schlagen die Täter nicht nur einmal zu, sondern immer wieder.

Äußere Ursachen sind entgegen Ihrer Annahme nicht verantwortlich. Verantwortlich sind Täter selbst, weil Sie mit Phänomenen so umgehen, wie Sie es während Ihrer Jungensozialisation gelernt haben.

Mangelnde Erkenntnis

Leider erkennen männliche Täter diese Zusammenhänge nicht und drehen sich entsprechend im Kreis, im Gewaltkreislauf. Der direkte Weg zu Veränderungen wäre der freiwillige Beginn einer Beratung in Form von Gewaltberatung.

Opfer versuchen Gewaltverhalten zu verhindern

Doch männliche Täter glauben, dass Sie ihr Gewaltverhalten allein beenden können und vor allem beenden müssen. Die Folge ist, dass männliche Täter ihre Ehefrauen oder Partnerinnen immer wieder schlagen und die betroffenen Frauen,  also die Opfer, jahrelang versuchen, das Gewaltverhalten Ihres Ehemanns oder Partners zu verhindern.

Die einzelnen Phasen des Gewaltkreislaufs lernen Sie in meiner Artikelserie zum Gewaltkreislauf kennen.

Im folgenden möchte ich Tätern anhand eines Beispiels aufzeigen, was es bedeutet, sich entsprechend der eigenen Jungensozialisation zu verhalten.

Ihre Jungensozialisation und Ihr Gewaltverhalten


Während Sie sich vom Jungen zum Mann entwickeln, treffen Sie vielfältige Entscheidungen. Diese sind nach Ihrer eigenen Einschätzung wichtig, um zum Mann zu werden.

Ihre Gefühle verschwinden

Das Ergebnis ist, dass Sie Ihre eigenen Gefühle nicht merken dürfen und somit Ihre Gefühle aktiv beseitigen. Dafür ist ein erheblicher Aufwand notwendig, der Sie zusätzlich zu den anderen Anforderungen im Beruf und Ihrer Familie oder Partnerschaft fordert.

Wenn Sie im Alltag mit Phänomenen konfrontiert werden, wäre es notwendig, das Sie Ihre jeweiligen Gefühle merken, ihnen Raum geben und zum Ausdruck bringen.

Ein Beispiel:

Ihr Vorgesetzter kritisiert Sie

Während eines normal verlaufenden Arbeitstages haben Sie ein Gespräch mit Ihrem Chef. Sie haben sich in den letzten Wochen sehr für Ihre Aufgaben eingesetzt. Dennoch erhalten Sie von Ihrem Chef keine Anerkennung, sondern einen Hinweis, dass er mit Ihrer Arbeit schon mal zufriedener war. Welche Gefühle könnten Sie im Anschluss merken?

Sie könnten frustriert sein. Oder enttäuscht.

Diese Gefühle könnten Sie Ihrem Vorgesetzten gegenüber zum Ausdruck bringen. Wenn Sie dies nicht tun, also Ihren Gefühlen keinen Raum geben, haben Sie sich entschieden, diese zu beseitigen. Für diese Vorgehensweise haben Sie sich während Ihrer Jungensozialisation entschieden.

Verkehrsteilnehmer nimmt Ihnen die Vorfahrt

Während Ihrer Heimfahrt von der Arbeit fahren Sie eine Vorfahrtsstraße entlang. Unvermittelt kommt ein anderer PKW-Fahrer mit seinem PKW aus einer Nebenstraße und fährt kurz vor Ihnen auf die Vorfahrtstraße. Sie müssen scharf bremsen, um einen Unfall zu verhindern. Welche Gefühle könnten sich hier bei Ihnen einstellen?

Sie könnten erschrocken sein. Sie könnten Angst merken.

Diese Gefühle könnten Sie bei Ihrer Heimkehr Ihrer Ehefrau oder Partnerin mitteilen, wenn Sie sie nicht beseitigen.

Wenn sie hingegen Ihren Mechanismus starten, um diese Gefühle beiseite zu schieben, sind Sie bei Ihrer Heimkehr nach einem anstrengenden Arbeitstag zusätzlich belastet. Ihre Ehefrau oder Partnerin bekommt von Ihnen und Ihren Gefühlen nichts mit, weil Sie sie selbst nicht mitbekommen.

Die Gefühle, die sich bei Ihnen eingestellt haben, sind allerdings nicht weg, sondern bleiben und möchten nach wie vor Raum bekommen.

Wenn Sie Ihre Ehefrau oder Partnerin schlagen, hat dies damit zu tun, dass Sie sich entscheiden, Gefühle in Schach zu halten. Gewaltverhalten ist die extreme Form, eigene Gefühle zu beseitigen.


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