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Fragen zum demokratischen Erziehungsstil - Was lernen Kinder mit einem demokratischen Erziehungsstil?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 01.12.2016, 09:20

  In meinem 5. Artikel in der Artikelserie 'Fragen zum demokratischen Erziehungsstil' geht es um die Frage:

Was lernen Kinder mit einem demokratischen Erziehungsstil?

Erziehung ist eine Sammlung von mehr oder weniger zielgerichteten Handlungen, die Kinder im weitesten Sinne bei Ihrer Entwicklung unterstützen sollen.

Insofern ist die Frage für Sie als Eltern recht bedeutend.

Wie schon an anderer Stelle gesagt, lernen Kinder auch anhand von beobachtbarem Verhalten. Wenn sie sich erzieherisch im Sinne des demokratischen Erziehungsstils verhalten, leben Sie Ihren Kindern ein bestimmtes Verhalten vor.
Das Kernverhalten, welches dem demokratischen Erziehungsstil zugeschrieben wird, ist die ständige Bereitschaft und die grundsätzliche Möglichkeit, zu diskutieren. 

Wenn Sie Ihren Kindern also recht bald die Möglichkeit eröffnen, mit Ihnen zu diskutieren, lernen Ihre Kinder, dass Diskutieren möglich ist und sinnvoll ist.

Diskutieren ist möglich

Bedeutet dies, dass eine Diskussion immer möglich ist?

Diskutieren bedeutet nichts anderes als über ein bestimmtes Thema ein längeres Gespräch zu führen. Dabei kann es auch kontrovers zugehen.

Ihr Kind hat einen Wunsch, dem Sie nicht entsprechen wollen

Was ist aber, wenn Ihr Kind einen Wunsch hat und Sie diesem Wunsch nicht entsprechen wollen oder können?

Ist dann eine Diskussion möglich? 

Nein. Denn, wenn Sie sich erlauben, eine klare Haltung bzgl. eines Bedürfnisses Ihres Kindes ein zu nehmen, ist diese nicht diskutierbar. Ihr Sohn oder Ihre Tochter könnte versuchen Sie zu beeinflussen, damit Sie ihre Haltung ändern. Eine Diskussion wäre das allerdings nicht.

Lässt der demokratische Erziehungsstil eine solche Frage überhaupt zu?

Besser wäre wohl zu fragen, wann eine Diskussion möglich ist. Wie oben bereits gesagt, sind Diskussionen für die Erörterung bestimmter Sachverhalte sinnvoll. Grundsätzlich ist nichts dagegen ein zu wenden, dass Sie Ihren Kindern demokratische Grundprinzipien näher bringen.

In der Erziehung ist der Beziehungsaspekt von Bedeutung. Es geht eben nicht ausschließlich um Themen, sondern auch um Ihre und die Gefühle Ihrer Kinder.

Es braucht meines Erachtens ein gewisses Alter Ihrer Kinder, damit diese differenzieren können. Wenn Sie zu früh mit Ihren Kindern diskutieren, lernen sie, dass nicht nur Themen, sondern alles, Ihre erzieherischen Vorgaben, Ihre Gefühle usw. diskutierbar werden.

Fazit

Kinder altersgemäß innerhalb Ihrer Beziehung und Alltagsgestaltung zu fordern und  zu fördern ist meines Erachtens grundsätzlich eine gute Idee.

Gewisse Zusammenhänge können Kinder allerdings erst ab 12 Jahren erfassen, sodass der demokratische Erziehungsstil bzw. entsprechendes Erziehungsverhalten erst ab einem gewissen Alter Ihrer Kinder sinnvoll erscheint.