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Demokratische Erziehungsstil - Teil 1

Erstellt von Michael Ueberschaer am 30.04.2016, 22:35

 

Kinder sind neugierigIn meinem Artikel zur demokratischen Erziehung sind für mich einige Fragen aufgetaucht, die ich nun in dieser Artikelserie genauer untersuchen möchte.

Folgende weitere Artikel sind neben diesem Artikel bis jetzt Teil dieser Artikelserie:


Die demokratische Erziehung sieht vor, mit Kindern Alltagsaspekte zu diskutieren. Die erste Frage, die ich mir anschauen möchte, ist:

Sollten Sie alles mit Ihren Kindern diskutieren?

Wenn Sie Lust haben, nicht nur zu jeder Fragestellung des Alltags, sondern auch zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Ihren Kindern zu diskutieren, dann sollten Sie mit Ihren Kindern alles diskutieren.

Raten kann ich Ihnen dazu nicht.

Und dies hat einen recht einfachen Grund.

Kein Kontakt mit Ihren Kindern

Wenn Sie sich selbst die Vorgabe auferlegen, alles mit Ihren Kindern zu diskutieren, dann ist es ihnen genommen, NEIN zu sagen. Stellen Sie sich eine klassische Situation Ihres Alltags vor. Ihr Kind ist 6 Jahre alt und Sie sind der Auffassung, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter um 19 Uhr im Bett sein sollte. Darüber hinaus haben Sie auch den Wunsch, ab 19 Uhr Zeit für sich zu haben.

Eigene Bedürfnisse sind passé

Wenn Sie nun weiter Ihrer Vorgabe folgen, dann sind Sie gezwungen, zu diskutieren, wenn Ihr Kind nicht ins Bett möchte; und das ist wahrscheinlich. Allein durch Ihre Entscheidung, nun eine Diskussion zu zu lassen, tritt Ihr eigenes Bedürfnis, nun Ruhe zu bekommen, vielleicht weil Sie einen schweren Tag hinter sich gebracht haben, in den Hintergrund.

Außerdem muss Ihr Kind den Eindruck bekommen, dass Sie immer für Diskussionen zur Verfügung stehen. Zusätzlich entsteht der Eindruck, dass Sie auch immer Lust dazu haben, zu diskutieren. Die Vorstellung finde ich sehr anstrengend.

Keine Beziehung

Außerdem ist damit verbunden, dass Ihr Kind Sie nicht mit Ihren Gefühlen erlebt und Ihre Grenzen nicht kennen lernt. Die Folge ist, dass Sie keinen wahren Kontakt mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn haben werden. Denn wahren Kontakt können wir nur an unseren gegenseitigen Grenzen herstellen.

Keine Selbstwahrnehmung

Letztendlich bedeutet die Entscheidung alles zu diskutieren auch, dass Sie sich selbst nicht wahrnehmen bzw. wahrnehmen dürfen. Ich bin mir sicher, die Auswirkungen für Sie sind erheblicher als die für Ihr Kind, wenn Sie sich nicht mehr sagen, dass Sie alles diskutieren müssen.

Fazit

Diskutieren eignet sich nicht, um eine Beziehung zu Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter her zu stellen. Diskutieren eignet sich, um bestimmte Sachverhalte zu erörtern und unterschiedliche Blickwinkel zu besprechen. Dies ist für Ihre Erziehung nur bedingt hilfreich.

Wenn Sie wert darauf legen, Kontakt und Bildung zu Ihrem Kind zu erhalten, dann sollten Sie sich eher mit Phänomenen, Ihre Selbstwahrnehmung und Ihrer Kommunkation beschäftigen.