Erziehung und Taschengeld

Erstellt von Michael Ueberschaer am 02.09.2016, 12:57

 

Möchten Sie, dass Ihr Kind den Umgang mit Geld erlernt?

Nein?

Dann geben Sie Ihrem Kind vor dem 12. Lebensjahr bereits ein Taschengeld und dies so hoch wie Ihnen möglich ist.

Ja?

Dann sollten Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn ab dem 12. Lebensjahr mit einem Taschengeld ausstatten und dabei klare Vorgaben machen.
 


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Warum ab dem 12. Lebensjahr?

Kinder beginnen ab dem 12. Lebensjahr, logisch zu denken. Sie sind somit erst dann in der Lage, sich mit so etwas Abstrakten wie Geld angemessen auseinander zu setzen. Entsprechend sollten Erziehung* und Taschengeld hier zusammen kommen.

Höhe des Taschengeldes

Die Höhe des Taschengeldes sollten Sie grundsätzlich abhängig vom Alter Ihres Kindes festsetzen und auf Obergrenzen achten. 

Auch wenn Sie finanziell gut ausgestattet sind oder gerade deshalb sollten Sie vermeiden, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit 18 mehr als 100.- € im Monat zur Verfügung hat.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich dies persönlich bereits für einen zu hohen Betrag halte.

Wenn Sie begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben, sollten Sie sich überlegen, welche Summe Sie Ihrem Kind mit 18 zur Verfügung stellen können. Dies hängt natürlicher Weise auch davon ab, ob Sie weitere Kinder im taschengeld-tauglichen Alter haben oder ob weitere Kinder dieses bald erreichen.

Die folgenden Beispielrechnungen beinhalten, dass mit dem jeweiligen Taschengeld keine Anschaffungen wie Schulmaterial, Kleidung, Handy-Aufladung etc. finanziert werden müssen. Die jeweilige Summe steht zur freien Verfügung bereit.

Beispielrechnung 1

Mögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 100€

12 ->    40.- €
13 ->    50.- €
14 ->    60 .-€
15 ->    70.- €
16 ->    80.- €
17 ->    90.- €
18 ->  100.- €

Wie Sie sehen, würde diese Staffelung dafür sorgen, dass Ihr Kind bereits mit 12 Jahren von null auf hundert 40.- € zur freien Verfügung hätte. Das ist eindeutig zu viel.

Beispielrechnung 2

Mögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 100€

12 ->    10.- €
13 ->    15.- €
14 ->    25 .-€
15 ->    35.- €
16 ->    50.- €
17 ->    75.- €
18 ->  100.- €

Wenn die 100.- € auch recht hoch sind, steigt Ihr Kind hier mit 10.- € Taschengeld ein. Dies ist für ein 12-jähriges Kind eine angemessene Summe.

Beispielrechnung 3

Mögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 80€

12 ->    10.- €
13 ->    15.- €
14 ->    20.- €
15 ->    30.- €
16 ->    40.- €
17 ->    60.- €
18 ->    80.- €

Auch 80.- € sind für einen 18-jährigen Jugendlichen ein ziemlich hoher Betrag.

Die folgenden Rechnungen nähern sich realistischen Beträgen für alle Altersstufen an. Wenn Sie möchten, dass Ihre Kinder mit Geld selbstverantwortlich umgehen können und lernen, dass dieses mit Bedacht zu behandeln ist, dann finden Sie hier hilfreiche Obergrenzen.

Beispielrechnung 4

Mögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 60 €

12 ->    10.- €
13 ->    15.- €
14 ->    20.- €
15 ->    30.- €
16 ->    40.- €
17 ->    50.- €
18 ->    60.- €

Beispielrechnung 5

Erziehung und Taschengeld 50 EuroMögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 50 €

12 ->    10.- €
13 ->    15.- €
14 ->    20.- €
15 ->    25.- €
16 ->    30.- €
17 ->    40.- €
18 ->    50.- €

Beispielrechnung 6

Mögliche Obergrenze mit 18 pro Kind 40 €

12 ->    10.- €
13 ->    15.- €
14 ->    20.- €
15 ->    25.- €
16 ->    30.- €
17 ->    35.- €
18 ->    40.- €

Wie schon oben gesagt, gehen die Berechnungen davon aus, dass die Beträge zur freien Verfügung stehen. Es ist wichtig, dass Kinder direkt ab dem 12. Lebensjahr erfahren, dass sie auch im Umgang mit dem Taschengeld Prioritäten setzen müssen. Anfänglich zu hohe Beträge schließen diesen wichtigen Lernschritt aus.

Machen Sie sich auch bewusst, dass zunehmende Beträge mehr Verantwortung mit sich bringen sollten und setzen Sie klare Regeln, was vom Taschengeld gekauft werden darf bzw. muss.

Klären Sie für sich selbst im Vorfeld, welchen Höchstbetrag Sie für das Erreichen des 18. Lebensjahr Sie festsetzen möchten. Diskutieren Sie nicht mir Ihren Kindern über die Höhe des Taschengeldes. Stellen Sie vielmehr rechtzeitig klar, mit welchen Beträgen Ihr Kind im welchem Alter rechnen darf.

Dies ermöglicht Ihrem Kind auch den Umgang mit Geld in die Zukunft hinein.

Fazit

Kinder brauchen ab einem angemessenen Alter (12 Jahre) Erfahrungen mit Geld und der Verantwortung, sich dieses entsprechend ihrer Bedürfnisse ein zu teilen.

Zu hohe Beträge im jeweiligen Alter behindern die Auseinandersetzung mit der Verfügbarkeit und können zu Überforderungen führen.


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