Er versteht meine Gefühle nicht

Erstellt von Michael Ueberschaer am 02.03.2017, 15:45

  Wenn Sie der Auffassung sind, dass Ihr Partner Ihre Gefühle nicht versteht, dann sollten Sie sich folgendes vergegenwärtigen.

Gefühle sind nicht verstehbar, sondern merkbar

Wenn wir uns durch unseren Alltag bewegen, werden wir mit unterschiedlichsten Phänomenen konfrontiert. Meistens sind für diese Phänomene unsere Mitmenschen verantwortlich.

Unsere Mitmenschen verhalten sich auf Ihre spezielle Weise auch auf dem Hintergrund Ihrer eigenen Erfahrungen. Aufgrund des Verhaltens eines Mitmenschen stellen sich bei uns Gefühle ein.

Insbesondere in Zweierbeziehungen (Liebesbeziehungen) wünschen wir uns, dass unser Partner oder unsere Partnerin uns mit unseren Gefühlen wahrnimmt und anerkennt, dass wir gerade ein Gefühl oder mehrere Gefühle erleben.

Wenn Ihr Partner Ihre Gefühle nicht wahrnimmt bzw. anerkennt

Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen Männer die Gefühle ihrer Partnerinnen beiseite schieben können.

Ihr Partner wird dies insbesondere dann machen, wenn Sie sich mit Ihren unangenehmen Gefühlen zeigen. Je mehr Ihr Partner Gefühle bewertet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er selbst bestimmte Gefühle nicht mehr wahrnimmt, weil er sie aktiv beseitigt.

Gefühle zu bewerten ist nicht hilfreich. Dennoch ist genau das weit verbreitet und Männer neigen eher dazu, dies zu tun.

Wenn Ihr Partner Ihre Gefühle nicht wahrnimmt und somit nicht anerkennt, dann hat dies mit ziemlicher Sicherheit kaum etwas mit Ihnen zu tun. Das bedeutet, dass Ihr Partner Ihre Gefühle nicht abwehrt, um Sie zu ärgern, sondern um zu vermeiden, dass Sie sich bei ihm selbst einstellen.

Ihr Partner hat dann offenbar Veränderungsbedarf

Logischer Weise bedeutet dies erst einmal, dass Ihr Partner sein Verhalten bearbeiten sollte oder vorsichtiger formuliert bearbeiten könnte. Dies wird er so ohne weiteres nicht machen, denn er hat wahrscheinlich gute Gründe für sein Verhalten Ihnen gegenüber. Die Verantwortung hierfür liegt also bei Ihrem Partner.

Was sollten Sie nicht tun?

Ich hoffe zunächst einmal, dass Sie meinen Erläuterungen folgen können. Dies ist wichtig, weil mit dem für uns nicht nachvollziehbaren Verhalten unseres Partners oder unserer Partnerin einige unangenehme Gefühle verbunden sein können.

Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Ohnmacht

Mit diesen 3 Gefühlen ist nicht leicht umzugehen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Versuchung groß ist, diese Gefühle auf die ein oder andere weise loswerden zu wollen.

Spekulieren, Springen zum Gegenüber

Das Ergebnis kann sein, dass wir anfangen zu spekulieren und uns mit dem Menschen beschäftigen, der diese Gefühle mit seinem Verhalten auslöst. Sie laufen also auch Gefahr, sich mehr mit Ihrem Partner als mit sich selbst zu beschäftigen.

Sowohl das Spekulieren als auch das zu Ihrem Partner springen sollten Sie vermeiden. Beides ist anstrengend, verbraucht Energie und hilft Ihnen nicht weiter.

Was ist ratsam?

Voraussetzung ist, dass Sie Ihre tatsächlichen Gefühle bezogen auf ein Phänomen mitteilen. Dies gilt insbesondere, wenn dieses Phänomen vorher durch Ihren Partner ausgelöst wurde.

Im Kontakt mit Ihrem Partner sollten Sie folgendes beachten und versuchen:
  • Überprüfen Sie, ob das hier Gesagte auf Ihren Partner zutrifft
  • Bleiben Sie sich Ihrer eigenen situationsbezogenen Gefühle bewusst
  • Lassen Sie sich nicht verunsichern, Gefühle sind nicht diskutierbar
  • Probieren Sie, Ihre Gefühle klar und ohne Umschweife zu benennen
  • Fragen Sie Ihren Partner, ob er das von Ihnen gerade erlebte Gefühl kennt
  • Wenn er Ihre Frage verneint, haben Sie einen Hinweis auf seinen Umgang mit diesem speziellen Gefühl
  • Wenn er Ihre Frage bejaht, haben Sie wahrscheinlich Anknüpfungspunkte für ihr Gespräch
  • Vermeiden Sie, das Verhalten Ihres Partners in Gedanken auf sich zu beziehen (Interpretation)

Fazit

Wenn Ihr Partner bestimmte Gefühle vermeidet, wird er dies auch mit Ihren Gefühlen machen. Dieses Verhalten ist im allgemeinen nicht gegen Sie gerichtet. Vielmehr beinhaltet dies den Versuch Ihres Partners, seine Männlichkeit zu bewahren.

Im Bereich Jungensozialisation finden Sie hierzu erste erläuternde Artikel.


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