Eltern klagen gegen Lehrerinnen und Lehrer

Erstellt von Michael Ueberschaer am 22.12.2017, 15:23

  Bildung ist wichtig. Immer wieder werden diese Sätze in unserer Gesellschaft in den Mund genommen, sodass sie einem bereits aus den Ohren hängen.

Kaum mehr wird darüber gesprochen, was Bildung eigentlich meint oder was der Unterschied zwischen Bildung und Berufsausbildung ist. Vielleicht werde ich dazu in einem anderen Artikel etwas sagen.

In diesem Artikel widme ich mich einem Phänomen in unserer Gesellschaft, welches längst nicht mehr unbedeutend ist. Eltern laufen zunehmend Sturm gegen die Entscheidungen und Bewertungen von Lehrern und überschreiten dabei zunehmend die Grenzen des guten Geschmacks.

Eltern klagen Lehrer und Lehrerinnen an.


Wie dem Artikel zu entnehmen ist, haben sich die Fallzahlen in den letzten 10 Jahren verdoppelt.

Leistungsdruck wird weiter gegeben

Der Druck kommt von ganz oben, genauer gesagt ist er dadurch entstanden, dass es heute seitens der Wirtschaft (Arbeitgeber) heißt, ohne Abitur keine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Anstatt diese Aussagen ungefragt zu übernehmen, sollten diese Forderungen und Ansprüche an Kinder und Jugendliche kritisch hinterfragt werden. Doch das geschieht immer seltener.

Eltern, die das Fortkommen ihrer Kinder per Gericht einklagen, sind nicht mehr wirklich bei sich, sind verunsichert und haben Angst. Also versuchen sie, das Scheitern von ihren Kindern ab zu wenden.

Scheitern ist Teil unseres Daseins

Der Anspruch, alles zu können, ist in Deutschland gesellschaftlich extrem verbreitet und somit Teil einer unerbittlichen Leistungsgesellschaft.

Es wird heute zunehmend ausgeblendet, dass insbesondere Kinder ihr eigenes Lerntempo haben. Eltern, die klagen, haben den Blick auf die Bedürfnisse ihrer Kinder längst verloren. Sie bringen ihren Kindern nicht bei, dass es in Ordnung ist, etwas nicht hin zu bekommen und tragen erheblich dazu bei, dass ihre Kinder es als Erwachsene im Leben schwer haben werden.

Wer nicht lernt, mit dem eigenen Versagen und den damit verbundenen Gefühlen umzugehen, lernt, bestimmte Gefühle nicht haben zu dürfen.

Selbstanspruch und Anspruch an die Bildungskarriere der eigenen Kinder

Kinder sind heute oft nicht mehr um ihrer selbst Willen auf der Welt. Nein! Sie werden zu etwas besetztem. Sie sollen eine Karriere hinlegen, die ihren Eltern nicht gelungen ist. Sie sollen es einmal besser haben, sollen ihre Eltern stolz machen, sich abheben von anderen Kindern. Schule dient heute immer weniger der Bildung an sich, der Persönlichkeitsentwicklung, sondern platten Ansprüchen einer Gesellschaft, die in den letzten Jahren irgendwann falsch abgebogen ist.

Viele Mitbürger merken, dass die Gesellschaft in Deutschland nicht auf dem 'richtigen' Weg ist, andere merken dies nicht und betreiben enorm viel Aufwand, diesen Weg mitzugehen.
Eltern, die sich extrem auf das schulische Fortkommen ihrer Kinder fokussieren, hinterfragen zu wenig, was man ihnen vorkaut und vorsetzt.

Fazit


Zum Wohle der eigenen Kinder zu handeln, ist heute deshalb so schwierig, weil wir in einer wertefreien Gesellschaft leben. Diese schließt zweierlei in besonderem Maße ein.

1. Kindheit ist kein Schonraum mehr
2. Kinder- und Jugendschutz wird kaum noch gelebt und als Erziehungsaufgabe von Eltern nicht mehr wahrgenommen

Dazu gehört auch, Leistungsdruck von Kindern fern zu halten.

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