Scheidung einer binationalen Ehe
Wenn Sie meine Artikel zu Beziehungen gelesen haben, ist Ihnen vielleicht klar geworden, welche besonderen...
Mehr lesen
Ehevertrag und Sittenwidrigkeit
Für viele Menschen ist der Gedanke an einen Ehevertrag unromantisch, für andere gehört er jedoch als...
Mehr lesen
Phänomene im Alltag - Der mangelhafte Umgang
Phänomene begegnen uns im Alltag regelmäßig. Wie ich schon festgestellt habe, geschieht dies vornehmlich...
Mehr lesen
Aggressives Verhalten und Gefühle
Im Artikel Was haben Sie von Ihrem aggressiven Verhalten habe ich darüber geschrieben, was Sie mit aggressivem...
Mehr lesen
Eltern klagen gegen Lehrerinnen und Lehrer
Bildung ist wichtig. Immer wieder werden diese Sätze in unserer Gesellschaft in den Mund genommen, sodass...
Mehr lesen
Blog

Blog

Die ausgerutschte Hand - Auch auf sehr bekannten Portalen zu finden - Häusliche Gewalt wird verharmlost

Erstellt von Michael Ueberschaer am 04.08.2016, 10:00

 

Ich habe schon in einem vorherigen Artikel zur 'ausgerutschten Hand' geschrieben. Nun ist mir Anfang des Monats ein Artikel auf t-online.de zum Thema Strafen in der Erziehung begegnet.

Auch hier wird die 'ausgerutschte Hand' sozusagen zum Programm. Wieder wird Verantwortung weg delegiert, die ganz klar den Eltern zukommt, die Ihre Kinder schlagen.

Im Artikel heißt es:

Wenn doch mal die Hand ausrutscht

Gleichgültig, wie sehr man sich bemüht in Konfliktsituationen diszipliniert zu bleiben, irgendwann kann es dennoch passieren, dass während einer Auseinandersetzung mal die Hand ausrutscht und auf dem Po landet. Meist stellen sich danach schnell Reue und Schuldgefühle ein.

Im Zitat rutscht die Hand nicht nur aus, sondern sie landet auch. Hier wird häusliche Gewalt meines Erachtens verharmlost und letztendlich salonfähig gehalten.

Nein. Wenn Eltern Ihre Kinder auf den 'Po' schlagen, verhalten sie sich gewalttätig. Gewalt ist heute kein anerkanntes Erziehungsmittel mehr, sondern steht zurecht unter Strafe.

Weiter heißt es im Artikel:

Dann sollten Eltern sich nicht scheuen, ihren Fehler vor dem Kind einzugestehen und ihm gleichzeitig klar machen, dass sein Verhalten trotzdem falsch war. Eltern, die so reagieren, zeigen, dass niemand unfehlbar ist und dass es wichtig ist, Verantwortung für die eigenen Handlungsweisen zu tragen.

Hier werden Verhaltensweisen in einen Topf geworfen, die nicht in einen Topf passen. Hier müsste entsprechend differenziert werden. Es ist das eine, wenn ein Kind sein Zimmer nicht aufräumt und etwas ganz anderes, wenn ein Elternteil sein Kind schlägt. Eltern, die wie hier vorgeschlagen mit Ihrem Gewaltverhalten umgehen, übernehmen keine Verantwortung, sondern verharmlosen ihr Gewaltverhalten in Gegenwart Ihrer Kinder.

Fazit

Die von mir zitierten Ausführungen sind nicht nur falsch, sondern zeigen auch, wie weit verbreitet die Verharmlosung, auch durch sogenannte Redewendungen, in unserer Gesellschaft ist.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit derlei Redewendungen? Schreiben Sie gerne Ihren Kommentar.