Der Gewaltkreislauf – Ruhe beim Täter – Erschrecken beim Opfer

Zuletzt aktualisiert am

Mit diesem Artikel möchte ich meine Artikelserie zum Gewaltkreislauf  nach Joachim Lempert und damit zur häuslichen Gewalt beginnen.

Es wäre schön, diese Artikelserie wäre überflüssig, weil häusliche Gewalt nicht vorkommt.

Doch dem ist leider nicht so.

Grob geschätzt entscheiden sich derzeit allein in Bremen 5000 – 10000 Täter, davon ca. 10% Täterinnen, regelmäßig dazu, Gewaltverhalten im häuslichen Bereich zu zeigen.

Angebote, die auf freiwilliger Basis Täter und Täterinnen unterstützen, das eigene Gewaltverhalten zu beenden, gibt es durchaus. Allerdings werden Sie von Tätern und Täterinnen kaum genutzt.

Die Gründe sind unmittelbar mit dem Gewaltkreislauf verbunden. Das ist auf eine besondere Weise tragisch, weil dies für alle Beteiligten unnötiges Leid bedeutet.

In dieser Artikelserie möchte ich Dir den Gewaltkreislauf und die damit verbundenen Mechanismen auf Täterseite und Opferseite näher bringen.

Im Gewaltkreislauf sind Täter eher aktiv und Opfer eher passiv.

Diese Artikelserie ist noch nicht vollständig. Derzeit finden sich folgende weitere Artikel:

2 Szenarien

Für Täter und Täterin und das Opfer von Gewalt sind 2 Szenarien zu unterscheiden:

  1. Der Täter oder die Täterin schlägt zum ersten Mal zu
  2. Der Täter oder die Täterin schlägt zum wiederholten Mal zu

Szenario 1 – Das 1. Gewaltverhalten im Gewaltkreislauf

Die erste Entscheidung, Gewaltverhalten zu zeigen, trifft der Täter oder die Täterin sowohl für sich selbst als auch für das Opfer von Gewalt extrem überraschend.

Ja; entgegen der allgemeinen Auffassung schlagen Täter und Täterin zu, weil sie sich dazu entscheiden.

Nach der Gewalttat treten beide, Täter und Täterin und das Opfer von Gewalt (besser gesagt Gewaltverhalten), in die erste Phase des Gewaltkreislaufs ein.

Gewaltkreislauf – Phase 1 – Ruhe für den Täter*

Der Täter erreicht durch sein Gewaltverhalten Ruhe. Das Opfer läßt ihn in Ruhe, spricht ihn nicht an, stellt keine Forderungen. Der Täter erreicht also einen Tatgewinn. Das bedeutet auch, dass der Täter bei jeder Gewalttat ein Ziel verfolgt und nicht einfach zuschlägt als wäre ihm die Hand ausgerutscht.

Es ist enorm wichtig, dass Du Dir dies vergegenwärtigst. Dabei ist es egal, ob Du Täter oder Opfer bist. Auch wenn Du nicht direkt betroffen bist, solltest Du über das von mir eben Gesagte nachdenken.

 

Der Gewaltkreislauf Phase 1 – Schmerzen, Ohnmacht und Einsamkeit für das Opfer

Das Opfer von Gewalt erleidet körperliche Verletzungen und ist mit dieser Erfahrung ganz allein. Für das Opfer wirkt der Umstand, dass der eigene Partner oder Ehepartner der Täter ist, zusätzlich und verursacht unangenehme Gefühle mit einer Intensität, die den Umgang mit den Gefühlen äußerst schwierig macht.

Tätern ist im allgemeinen überhaupt nicht klar und sie merken auch nicht, welche Auswirkungen ihr Gewaltverhalten für Ihre Ehepartner und Partner oder Kinder hat. Daran ändert leider auch nichts, dass die Täter und die Opfer nach einer gewissen Zeit in die 2. Phase des Gewaltkreislaufs eintreten.

Wenn Du dies noch nicht gemacht hast, lies bitte auch meinen Grundsatzartikel zum Gewaltkreislauf, bevor Du den nächsten Artikel dieser Artikelserie zum Gewaltkreislauf liest.

Nutze gerne die Kommentarfunktion, um meinen Beitrag zu kommentieren oder um Fragen zu stellen.

Fazit

Beide Seiten, der Täter und das Opfer, sind mit dem Gewaltverhalten des Täters konfrontiert.

Währen der Täter mit seinem Gewaltverhalten einen Tatgewinn verbuchen kann, wird das Opfer aus seiner heilen Welt gerissen. Die Folgen sind eine Vielzahl unangenehmer Gefühle beim Opfer.

Nach dem 1. Übergriff ist es wichtig, dass das Opfer seine Grenzen deutlich macht und der Täter seine Verantwortung übernimmt und sich direkt Beratung organisiert.
Leider ist dies zu oft nicht der Fall.

* Zur besseren Lesbarkeit nutze ich ab hier die männlichen Formen. Damit sei auch noch einmal klar gestellt, dass auch Frauen Gewaltverhalten zeigen; entweder gegen ihre Partner, Ehemänner oder gegen ihre Kinder. Das bedeutet auch, dass auch Männer Opfer von Gewalt, besser gesagt Gewaltverhalten, werden.

Bewertung meiner Leser
[Total: 0 Average: 0]
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.