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Häusliche Gewalt - Der Gewaltkreislauf - 4. Phase

Erstellt von Michael Ueberschaer am 06.12.2016, 08:26

 

In dieser Artikelserie erfahren Sie Grundlegendes zum Gewaltkreislauf.

Der Gewaltkreislauf beschreibt wesentliche Phasen, die Täter oder Täterinnen auf der einen und das jeweilige Opfer auf der anderen Seite erleben. Der Gewaltkreislauf beschreibt diese Phasen als wesentliche Voraussetzung dafür, dass ein Täter oder eine Täterin erneut zuschlagen wird.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit der 4. Phase im Gewaltkreislauf.

4. Phase im Gewaltkreislauf

Schuldgefühle, Reue und Scham beim Täter

Nachdem der Täter oder die Täterin in der 3. Phase erheblich damit beschäftigt ist, sich selbst ab zu werten, tritt er oder sie nach einer gewissen Zeit in die 4. Phase im Gewaltkreislauf ein.

Für den Täter* ist die 4. Phase wieder mit ausgesprochen unangenehmen Gefühlen verbunden. Die Gefühle von Reue und Scham drängen ins bewusste Erleben des Täters.

Gleichzeitig erlebt der Täter seine eigene Schuld bezogen auf sein Gewaltverhalten und den Gesundheitszustand seines Opfers. Täter sind in dieser Phase im allgemeinen massiv überfordert, da Sie mit diesen Gefühlen nicht umzugehen wissen.

Vorsicht, Verunsicherung und Ohnmacht beim Opfer

Opfer einer Gewalttat im häuslichen Bereich sind nach der 1. Tat ihres Partners oder ihrer Partnerin zutiefst verunsichert. Dies liegt eigentlich auf der Hand, verbinden wir mit einer Partnerschaft doch etwas ganz anderes, als Opfer von Gewaltverhalten zu werden; nämlich Kontakt, Zuwendung, Sicherheit, Wärme und Vertrauen.

Da Opfer den Täter nachvollziehbar nicht einschätzen können, sind Sie extrem vorsichtig im Umgang mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin. Das bedeutet für die Opfer, dass die Leichtigkeit in der Lebensgestaltung weg ist.

Auch dadurch erleben Opfer sich selbst als ohnmächtig und dem Täter schutzlos ausgeliefert.
 

Fazit

Täter sind in der 4. Phase viel mit sich selbst beschäftigt. Die Opfer hätten allen Grund, sich ebenfalls mit sich selbst zu beschäftigen, sind aber vornehmlich mit dem Täter beschäftigt.
Denn Sie müssen aufgrund ihrer Verunsicherung achtsam sein und können sich nicht (mehr) sicher sein, was ihr Partner oder ihre Partnerin zukünftig tun wird.

Täter bekommen auch in dieser Phase nichts vom Leid ihres Opfers mit.



* Ich benutze ab hier zur besseren Lesbarkeit die männliche Form. Mein Artikel schließt dennoch mit ein, dass es Täter und Täterinnen gibt, sich also Männer und Frauen gewalttätig verhalten (können).