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BYOD - Bring your own device - Ein Bildungsphilosoph hält hierzu Vorträge

Kurz gesagt geht es darum, dass private Geräte (Smartphones, Tablets, Notebooks) in Bildungseinrichtungen oder bei Arbeitgebern Einzug halten sollen oder dürfen.

Hierzu gibt es tatsächlich schon seit einigen Jahren einen Eintrag bei Wikipedia. Das ist für mich überraschend, denn mir ist die Abkürzung im Zusammenhang mit dem MINT Gipfeltreffen das erste Mal untergekommen.

Da ist von ökonomischen und ökologischen Potentialen die Rede.

Ich frage mich, woher diese Idee kommt. Damit möchte ich allerdings nicht den Eindruck erwecken, dass ich diese Idee für besonders innovativ halte; im Gegenteil. Mir ist dazu ein Interview mit dem Philosophen Matthias Burchardt aufgefallen. Die dort gemachten Aussagen geben recht gut wieder, was zu diesem Thema zu sagen ist.

Pädagogischer Fetischcharakter

Die neuen Endgeräte wie Smartphone und Tablet werden nach meiner Beobachtung fast ausnahmslos glorifiziert. Es ist tatsächlich auffällig, dass, so wie von Herrn Burchhardt im Interview gesagt, oft der vermeintliche Freiheitszuwachs oder die Personalisierung des Lernens in den Vordergrund gestellt werden.

Die zunehmende Abhängigkeit für die eigene Lebensgestaltung wird meines Erachtens von bestimmten Kräften mehr oder weniger weg geredet. Smartphone und Tablet werden zum Mittelpunkt unseres Daseins erhoben.

Wer hat einen Nutzen?

Ich stimme auch mit Herrn Burchardt überein, dass wirkliche Begegnung zunehmend in den Hintergrund gerät. Verstehen Sie mich und Herrn Burchardt nicht falsch. Auch Herr Burchhardt sagt, dass er die Technik nicht grundsätzlich ablehnt.

Mir, und scheinbar auch Herrn Burchard, geht es vielmehr um einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Informationen, die ganzheitlich erfasste Zusammenhänge nicht ersetzen können. 

BOYD bedeutet letztendlich auch, dass Eltern in die Verantwortung genommen werden sollen. Sie wären dann in der Pflicht, ihre Kinder mit entsprechenden Geräten aus zustatten, ob sie dies wollen oder nicht.

Da mit dieser Idee laut Burchardt ein Anpassungsprozess einhergeht, liegt der Nutzen wohl eher bei denen, die sich Mitmenschen wünschen, die sich anpassen können und dies auch gemacht haben.

Der humane Mensch

Die Idee BOYD hat zur Folge, dass sich neben den Schülern auch die Lehrer anpassen müssen; ein erneuter Schritt weg von Kreativität, Spontanität. Eine Bewältigung der Digitalisierung beinhaltet Herausforderungen an pädagogisches Handeln, welches eine sogenannte 'Gerätifizierung' nicht ersetzen kann.

Pädagogisches Handeln beinhaltet natürlich auch, die Tatsache nicht außer Acht zu lassen, dass Kinder erst mit ca. 12 Jahren beginnen, logisch zu denken. Burchardt kann sich vorstellen, Kinder ein Schuljahr lang mit Informatik zu konfrontieren. Dies ist dann erst in der 8. Klasse sinnvoll.

Burchardt ist bezogen auf seine Kinder konsequent geblieben. Smartphone und Nutzung von Netzwerken wie Facebook blieben bis zum 18 Lebensjahr verboten.

Am Ende beklagt er berechtigter Weise, dass Lehrer Hausaufgaben über Facebook verschicken und Ausflüge über WhatsApp koordinieren. Inklusion verlangt eben anders herum auch, dass ein Schüler ohne WhatsApp nicht ausgeschlossen wird.

Fazit 

Burchardt findet klare Worte für das Dilemma unserer Zeit. Digitales ist Teil unseres Alltags. Die Idee, mit mehr Geräten werde alles schon gut, ist eine Farce. 

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Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin selbständiger Blogger.

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