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Bildung in Deutschland - Wie konnte es soweit kommen?

Erstellt von Michael Ueberschaer am 22.08.2017, 08:20

 

Alltag in deutschen Schulen

Durch die Tatsache, dass ein sehr guter Freund von mir Sonderschulpädagoge ist, erhalte ich regelmäßig Einblick in den Schulalltag einer deutschen Schule.

Heute ist ein recht langer Artikel zum Thema Bildung beim Weser Kurier zu finden.

In diesem Artikel kommen 2 Damen zu Wort, die in Bremen als 'Lehrerin' arbeiten.

Belastung und mangelnde Zeit

Symptomatisch ist zum einen, dass die jüngere Dame ihre Ausbildung noch gar nicht beendet hat und nun bereits Zweifel hat, ob sie den Beruf bis zur Rente ausüben möchte und kann.
Passend zu den Erzählungen meines Freundes ist auch, dass die Lehrerin, die bald in den Ruhestand geht, sich über mangelnde Zeit für die Kinder beklagt.

Schule ist nicht mehr das was sie einmal war. Nun wird der ein oder andere sicherlich einwenden, dass wir uns weiter entwickeln. Doch handelt es sich im Bildungsbereich um eine Weiterentwicklung?

Betriebswirtschaft

Die sogenannte Weiterentwicklung besteht darin, dass die Betriebswirtschaft Einzug in die Schulen gehalten hat.
  • Controlling
  • Kennzahlen
  • Qualitätsmanagement
  • Optimiierung
  • Dokumentation
sind einige Stichworte, die inzwischen den Schulalltag bestimmen.

Die Folge ist nicht nur, dass Kinder und Eltern nunmehr Kunden sind. Es gilt auch, dass Schulen heute Konkurrenten sind und um die Gunst der Kinder und deren Eltern buhlen sollen.
Eine weitere Folge ist eine unglaubliche Reformflut, die sich aus dem oben erwähnten Controlling ergibt.

Ständige Optimierung

In Betrieben wird oder muss ständig optimiert werden. Was für Betriebe, die ein Produkt herstellen, Sinn ergeben mag, zumindest für den Arbeitgeber, hat in Schulen nichts zu suchen.

In der Schule hat kontinuierlicher Unterricht in einer entspannten Atmosphäre etwas zu suchen. Doch heute findet man dies nur noch selten.
Über die Gründe sprechen beide Damen trefflich. Die Erzählungen meines Freundes bestätigen diese.

Unterrichts-Alltag?

Fehlanzeige!

Alltag in einer Schule wäre dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrheit der Lehrer komplett ausgebildet ist, im wesentlichen gesund und anwesend ist.

Doch die Realität sieht anders aus. Die Schule ist für alle beteiligten ein Ort der Überforderung, der Frustration und der Depression.

Die Lehrer, die längst überfordert sind und die ihren Beruf gerne ausüben, bleiben zunehmend allein, entweder durch ernsthafte Erkrankungen der Kollegen oder durch Kollegen, die sich regelmäßig aus dem Wahnsinn herausziehen, um nicht ernsthaft krank zu werden.

Schule ist auch dadurch kategorisch defizitär organisiert. Es wird allerhöchste Eisenbahn, dass bzgl. der Bildung in deutschen Schulen ein Paradigmenwechsel stattfindet.

Fazit

Berichte wie im Weser Kurier sind selbstverständlich wichtig. Doch viel wichtiger ist, dass Lehrer nicht weiter nur die Missstände benennen, sondern für andere Unterrichtsbedingungen aktiv eintreten.