Der Beziehungsblog - Aggressives Verhalten, Bildung, Ehe/Partnerschaft, Erziehung, Gewaltberatung, Gewaltkreislauf, Gewaltverhalten, Jungensozialisation, Kommunikation, Pädagogik, Phänomene und Selbstwahrnehmung
Startseite»Blog»Bildung in Deutschland - David Precht...

Bildung in Deutschland - David Precht bei LANZ

Bildung in Deutschland - David Precht bei LANZ
David Precht ist inzwischen vielen Mitmenschen ein Begriff, da er recht häufig im TV seine Aussagen trifft.

Bildung ist auf dem Beziehungs-Blog deshalb eine eigene Kategorie, weil unsere Bildung sich unmittelbar auf unsere Fähigkeiten zur Beziehungsgestaltung auswirkt.

Wer meine Artikel zur Bildung gelesen hat, hat wahrscheinlich bemerkt, dass ich mit dem deutschen Bildungssystem nicht einverstanden bin.

David Precht war bereits mehrmals bei LANZ zu Besuch, unter anderem im Jahre 2013 bezogen auf die Veröffentlichung seines Buches Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern*.

Bei seinem Besuch spricht David Precht über das deutsche Bildungssystem im Hinblick auf die Beschulung von Kindern und Jugendlichen.

 
Da auch andere Gäste anwesend sind, weise ich auf den Beginn und das Ende der Ausführungen von Herr Precht hin.

Beginn: 36:20
Ende: 52:00

David Precht beschreibt treffend das Bildungssystem

Die Aussagen von Herr Precht stießen in der Sendung allgemein auf Zustimmung. Inzwischen sind mehr als 3 Jahre vergangen und man kann sagen, dass es entsprechende Änderungen bisher nicht gegeben hat.

Meines Erachtens sind die Aussagen von Herr Precht nicht diskutierbar. Und dennoch werden Kinder (und Jugendliche) zunehmend mit Inhalten gequält, die für die eigene Lebensgestaltung keinen Mehrwert bieten.

Woran liegt das?


Werbung

Das deutsche Bildungssystem verändert sich nicht zufällig

Im Gegenteil.

Es gibt eine Lobby in Deutschland, nämlich Arbeitgeber. Arbeitgeber, insbesondere jene in den Bereichen IT und Softwareentwicklung predigen die Notwendigkeit der digitalen Bildung. Neben der Verlagerung auf das auswendig lernen von Inhalten gibt es zunehmend Forderungen, bereits in der Grundschule verpflichtend neue Medien im Unterricht ein zu setzen und sogenannte Medienbildung zu betreiben.

Entgegen der Forderung von David Precht, Lehrpläne zu entschlacken, besteht die Gefahr, dass diese weiterhin aufgeblasen werden. David Precht weist bereits 2013 auf Lehrpläne hin, deren Anforderungen viele Erwachsene nicht entsprechen können.

Momentan gibt es also keine wirkliche Lobby für Kinder und Jugendliche, wenn es um die Gestaltung von Bildung in Deutschland gibt. Oder anders gesagt haben diejenigen, die eine Lobby sein könnten, kaum Einfluß.

Es gibt längst auch kaum noch eine Lobby, die den allseits frühen Zugang von Kindern zu den neuen Medien problematisieren. Alle Kinder haben Zugang. Was weit verbreitet ist, ist entsprechend normal und somit auch richtig.

Digitale Medien und Erziehung

Kinder sind neugierig und lernbereit. Deshalb sind sie schnell in der Lage, Smartphone und andere Geräte zu bedienen und zu nutzen. Heute ist es schwierig, als Eltern den Zugang zu den neuen Medien zu beschränken oder sogar bis zu einem gewissen Alter zu verweigern, weil selbst Schulen schon Druck diesbezüglich erzeugen.

Eltern müssen sich Ihrer eigenen Vorstellungen sehr sicher sein, wenn Sie im Hinblick auf die neuen Medien einen eigenen Weg gehen. Eltern sind heute allerdings eher verunsichert. Die Postulate von Wirtschaft und Politik entfalten ihre Wirkung.

Die Nutzung und der Umgang mit digitalen Medien soll oder ist bereits Teil von Lehrplänen. Dies gilt zunehmend auch für Grundschulen. Die Anforderungen für Grundschüler und Schüler nehmen also weiterhin zu.

Sukzessiver Zugang ab 10 Jahre und Thema in der Mittelstufe

Wenn man davon ausgeht, dass Modelle, die Kindern ab 12 Jahre abstraktes Denken zubilligen, weiterhin gültig sind (z.B. Piaget), dann ist ein sukzessiver Zugang zu Geräten und Internet sinnvoll.

Ab dem 12. Lebensjahr können Kinder begreifen, dass das eigene Tun auch im Internet Gefahren und Konsequenzen mit sich bringt. Vorher sind Kinder damit beschäftigt, die stoffliche, analoge Welt zu entdecken, die eigenen Speicher auch im Hinblick auf ihren Körper zu füllen.

Damit ist es sinnvoll und verantwortungsvoll, Kinder frühestens ab dem 10. Lebensjahr im privaten wie im schulischen Bereich an die Nutzung bestimmter Geräte und des Internets heran zu führen.

Fazit

Bildung wird heute immer noch zunehmend mit Inhalten aufgeblasen. Durch Quantität wird Bildung nicht besser, sondern nimmt Kindern eher die Lust an der Entdeckung und am Lernen. Dies gilt im übrigen auch für Studierende.

Eltern stehen heute vor der Herausforderung, ständige Vorgaben kritisch zu hinterfragen und nicht ihrerseits dem Druck zu erliegen und diesen an ihre Kinder weiterzugeben.


 

Teilen Sie diesen Beitrag




Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

 |  
| Permalink

Werbung

Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin selbständiger Blogger.

Hier im Blog finden Sie Artikel zur Gestaltung von Beziehungen. Dabei dreht sich alles um das magische Dreieck Phänomene, Selbstwahrnehmung und Kommunikation.
Ihnen hat der Artikel gefallen? Dann kommentieren Sie und/oder verpassen Sie mit meinem RSS Feed keinen Artikel.
Neuen Kommentar hinzufügen

Aktuelle Aktionen

Aggressives Verhalten - Artikelserie
Artikelserie Der Gewaltkreislauf nach Joachim Lempert
Klassische Beziehungsprobleme


Netzwerk

Blogverzeichnis - Bloggerei.de



Werbung


ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider