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FAZ zum Thema Erziehung - Kinder, die Narzisten werden?

Gestern bin ich auf einen Artikel bei der FAZ gestossen, der schon etwas alamierendes hat.

Die Überschrift des Artikels lautet:

Viele Kinder von heute werden totale Narzissten

Ist da etwas richtig beobachtet worden? Gilt dies auch für Deutschland? Oder wird da wieder einmal eine Kuh durchs Dorf getrieben? 

Der Artikel bezieht sich auf ein Buch der Autorin Martina Leibovici-Mühlberger mit dem Titel „Wenn die Tyrannenkinder erwachsen werden: Warum wir nicht auf die nächste Generation zählen können"

Gleich im ersten Absatz des Artikels wird eine Aussage getätigt, die mir bekannt vorkommt:

Sie schreiben in Ihrem Buch, früher seien drei bis vier Kinder in einer Schulklasse seltsam gewesen, heute seien hingegen nur noch drei bis vier Kinder normal.

Mutter und Tochter am NotebookIch kann mich erinnern, dass die Mutter meines Freundes, damals als Grundschullehrerin tätig, diesen Satz schon vor 30 Jahren prägte. Das scheint also kein neues Phänomen zu sein, dass  Kinder heute mehrheitlich verhaltensoriginell sind.

Weitere Behauptungen im Artikel

Sie wollen lieber die Freunde ihrer Kinder sein, als sie zu erziehen.

Hiermit sind Eltern gemeint. Das erinnert mich sehr an die Definition der demokratischen Erziehung. Weiter wird im Artikel gefordert, dass Eltern ihre Verantwortung übernehmen sollten und erziehen sollten. Das machen Sie doch mit der allgemein favorisierten 'Demokratischen Erziehung', oder? Um das zu beantworten, wäre ein Artikel zur Definition von Erziehung hilfreich.

Haben Eltern Angst, ihren Kindern durch strenge Regeln etwas zu verbauen?

So heißt es weiter im Artikel. Eines ist Gewiss.

Der allgemeine Druck auf alle Beteiligten im Bildungssystem ist seit Jahren kontinuierlich gestiegen. Kinder, Erzieher, Pädagogen, Eltern und Lehrer haben mit den Auswirkungen zu tun, die sich leider bis heute ungebremst etablieren. Insofern kann es sein, dass Eltern mehr Angst um die Zukunft ihrer Kinder haben. Diesen Eindruck habe ich zumindest in den letzten Jahren gewonnen.

Triffst das auf Sie als Eltern, Mutter oder Vater zu? Schreiben Sie dazu gerne einen Kommentar.

Mädchen schaut ein dem FensterIm weiteren Verlauf ist zu lesen, dass sich die Auswirkungen spätestens mit Eintritt in die Schule zeigen. Diese Kinder können sich angeblich nicht konzentrieren, haben kein Durchhaltevermögen. Mit dem Erleben von Frustration sind diese Kinder dann angeblich überfordert.

Es ist zweifelsfrei richtig. Unsere Gesellschaft ist derzeit ausgesprochen leistungsorientiert. Die Ursachen hierfür werde ich mir innerhalb der Kategorie Bildung genauer anschauen.

Die Frage, die sich mir hier allerdings aufdrängt ist, ob es tatsächlich problematisch ist, dass die betroffenen Kinder Schwierigkeiten haben. Das heißt: Sind die Kinder überhaupt betroffen? Können Kinder überhaupt einschätzen, ob sie betroffen sind und was das ggf. bedeutet?

Weiter wird im Artikel gesagt, dass die betroffenen Kinder und deren Eltern kaum eine tragfähige Beziehung entwickeln können, wenn die Eltern keine Grenzen setzen. Dies ist fachlich meines Erachtens nicht diskutierbar, das bedeutet, dass dies meiner eigenen Erfahrung und fachlichen Überzeugung entspricht.

Kontakt her zu stellen und sich gegenseitig kennenzulernen, kann uns nur an unseren jeweiligen Grenzen gelingen.


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Den betroffenen Kindern stellt die Autorin für ihr Erwachsenendasein keine angenehme Zukunft in Aussicht.

Die Autorin geht davon aus, dass es diesen Kindern erstmals wieder schlechter gehen wird als ihren Eltern. Dies kann sich nach Aussage der Buchautorin auch auf den Zusammenhalt der Generationen auswirken und dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft zerbricht.

Fazit

Die Autorin teilt Ihre Sorgen um die Zukunft der Kinder in Österreich mit. 

  • Es ist gut, dass die Autorin Ihre Erfahrungen aus ihrer Praxis in Ihrem Buch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt
  • Die Beobachtungen der Autorin decken sich zum großen Teil mit meinen eigenen Beobachtungen
  • Die Schlussfolgerungen nehmen die Verantwortung der Eltern aus meiner Sicht zu ausschließlich in den Fokus
  • Der Artikel und scheinbar auch das Buch werfen die Frage auf: Und was bedeutet das für den favorisierten Erziehungsstil 'demokratische Erziehung'?

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Über Michael Ueberschaer

Ich bin Michael Ueberschaer. Ich bin selbständiger Blogger.

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