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Aggressives Verhalten und Selbstwahrnehmung

Erstellt von Michael Ueberschaer am 19.01.2017, 10:15

 

Das magische Dreieck ist mein Konzept zur Beziehungsgestaltung.

Dieses Konzept besagt, dass unser Umgang mit Phänomenen, unsere dazu notwendige Selbstwahrmehmung und unsere daraus resultierende Kommunikation Einfluss auf unsere Beziehungen und unsere Beziehungsgestaltung haben.

Aggressives Verhalten macht Beziehungsgestaltung unmöglich

Davon ausgehend, dass Sie meine Artikel zu aggressivem Verhalten gelesen haben, wissen Sie, dass ich hier von unangemessenem aggressivem Verhalten spreche.

Beziehungsgestaltung braucht nicht nur eine funktionierende Kommunikation, sondern auch ein Verhalten, welches der jeweilige Gegenüber einschätzen und verstehen kann. 

Wenn Sie beispielsweise Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin eine Frage stellen, dann ist es für Ihre Beziehungsgestaltung nicht hilfreich, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie dann anschreit oder sich anders aggressiv verhält.

Aggressives Verhalten innerhalb von Beziehungen ist ein häufiges Phänomen. Was hat das nun mit Selbstwahrnehmung zu tun?

Fragen und Interpretation

Zum einen geben Fragen innerhalb eines Gesprächs normaler Weise keinen Anlass zur Interpretation. Mit einer Frage erfragen wir eine Information oder bekunden unser Interesse an einer Person oder einem Thema.

Dennoch neigen Mitmenschen dazu, Aussagen in eine Frage hinein zu interpretieren, insbesondere auf der Beziehungs-Ebene.

Dies kann bereits Anlass sein, auf eine Frage des Partners oder der Partnerin aggressiv zu reagieren.

Aussagen und Interpretation

Ausserdem ist bei Aussagen während eines Gesprächs die Versuchung, zu interpretieren, entsprechend größer. Jede Aussage eines Mitmenschen fordert unsere Selbstwahrnehmung. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich bei uns meistens ein Gefühl einstellt.

Wenn wir uns in solchen Momenten aggressiv verhalten, transportieren wir vornehmlich Ärger oder Wut.

Erfahrungen im Alltag 

Und schließlich konfrontieren uns weitere Erfahrungen im Alltag, zum Beispiel während der beruflichen Tätigkeit, im Straßenverkehr oder beim Einkauf, ständig mit Phänomenen. Auch hier stellen sich immer wieder Gefühle bei uns ein.

Diese Erfahrungen werden naturgemäß oft nicht gemeinsam gemacht. Aggressives Verhalten, das mit diesen Erfahrungen einhergeht, wird entsprechend noch weniger nachvollziehbar für Ihre Partnerin oder Ihren Partner.

Selbstwahrnehmung ohne aggressives Verhalten

Wenn Sie sich nicht unangemessen aggressiv verhalten wollen, dann geht dies nur über Ihre Selbstwahrnehmung.

Selbstwahrnehmung meint:

  • Gefühle darf ich haben, angenehme und únangemehme Gefühle
  • Das oder die Gefühle in einer Situation zu merken; anders gesagt diese mit zu bekommen
  • Gefühle nicht weg zu machen oder anders gesagt beiseite zu schieben
  • Nicht zum Gegenüber springen ( Wieso sagt er oder sie das? Was ist da los?)
  • Nicht interpretieren, nicht spekulieren und nicht bewerten
  • Gefühlen Raum geben, sie leben
  • Gefühle ggf. zum Ausdruck bringen

Aggressives Verhalten ist das Gegenteil von Selbstwahrnehmung, oder besser gesagt, ein deutlicher Hinweis darauf, dass Sie sich nicht selbst wahrnehmen.

Verstehen Sie mich nicht falsch! Natürlich können wir situationsbezogen tatsächlich auch ärgerlich oder wütend werden. Doch das ist nach meinen Erfahrungen nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.

Fazit

Wenn aggressives Verhalten unangemessen ist, ist es oft für unsere Mitmenschen nicht verstehbar. Gleichzeitig liegt es nahe, dass der oder diejenige sich nicht gut selbst wahrnehmen kann oder will.

Selbstwahrnehmung ist nicht nur wichtig für die eigene Lebendigkeit, sondern auch für die Kontakterzeugung in Beziehungen und damit auch für Ihre Lebensgestaltung.