Aggressives Verhalten und Gefühle

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Im Artikel Was haben Sie von Ihrem aggressiven Verhalten habe ich darüber geschrieben, was Sie mit aggressivem Verhalten vermeintlich gewinnen. In diesem Artikel möchte ich Ihnen aufzeigen, dass aggressives Verhalten und Gefühle zusammenhängen. Mir ist es wichtig, diesen Aspekt anhand konkret benannter Gefühle zu besprechen, da insbesondere Männer oft nur auf einen Bruchteil möglicher Gefühle zurückgreifen (können).

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Unnützliches aggressives Verhalten

Aggressives Verhalten ist dann nicht nützlich, wenn Ihrem Verhalten Gefühle zugrunde liegen, die mit Ihrem aggressivem Verhalten für andere nicht erkennbar sind.

Anders gesagt passt aggressives Verhalten nicht immer zu den Gefühlen, die bei uns merkbar sein sollten.

Es ist eigentlich selbstverständlich, dass Sie im Laufe eines Tages Gefühle erleben, weil sich diese bei Ihnen einstellen.

Gefühle brauchen Raum

Damit Sie Gefühle erleben können, ist es wichtig, dass Sie Ihren Gefühlen Raum geben. Dieses kann Ihnen nur gelingen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Ihre Mitmenschen dürfen mitbekommen, dass Sie ein bestimmtes Gefühl erleben
  2. Sie gestatten sich selbst, ein bestimmtes Gefühl haben zu dürfen

Aus diesen beiden Aspekten ergibt sich im Umkehrschluss ein Regelkreis.

Wenn Sie aus persönlichen Gründen beschlossen haben, Ihre Mitmenschen sollen Ihre Gefühle nicht mitbekommen, dann dürfen Sie ein bestimmtes Gefühl situationsbezogen nicht haben.

Wenn es nicht zu Ihrem Selbstbild passt, dass Sie ein Gefühl haben dürfen, dann werden Sie sich mit diesem auch Ihren Mitmenschen nicht zeigen. Das liest sich letztendlich recht trivial, hat allerdings eine lebensbeeinflussende Wirkung. Denn dann sind Sie eines wichtigen Aspekts Ihres Menschseins beraubt. Sie erleben gewisse Gefühle nicht. Also sind sie als Person für Ihre Mitmenschen nicht erlebbar bzw. erkennbar.

Was hat das mit aggressivem Verhalten zu tun?

Ich habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass aggressives Verhalten nicht grundsätzlich problematisch ist.

Wenn Sie allerdings mit Ihrem aggressiven Verhalten fast ausnahmslos Ärger zeigen und sich darüber hinaus beleidigend und laut präsentieren, vielleicht sogar Sachbeschädigung begehen, dann werden Sie höchstwahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen oder verursachen

Es ist eine nicht eindeutig formulierte Forderung, dass wir immer funktionieren sollen und alles im Griff haben sollen. Dennoch bestimmt diese Forderung oft unseren Alltag. Darin steckt auch, dass wir unangenehme Gefühle nicht zulassen können. Dies gilt vornehmlich für Männer, allerdings zunehmend auch für Frauen.

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Waren Sie schon einmal überfordert?

Diese Frage ist überflüssig und gleichzeitig ist Ihre Beantwortung von immenser Bedeutung.

Denn es ist selbstverständlich, dass Sie in den letzten Tagen oder Wochen einmal oder mehrmals überfordert waren.

Doch haben Sie Ihre Überforderung auch gemerkt und damit erlebt. Weiß Ihre Partnerin oder Ihr Partner davon?

Wenn Sie diese Fragen mit einem eindeutigen Ja beantworten können ohne sich in die eigene Tasche lügen zu müssen, dürfen Sie scheinbar überfordert sein und teilen dieses auch mit und zeigen sich mit Ihrer Überforderung.

Nein, ich bin nicht überfordert!

Wenn Sie die Frage mit Nein beantworten (müssen), dürfen Sie aufgrund Ihrer Entscheidung, die Sie irgendwann getroffen haben, nicht überfordert sein.

Jeder Mensch, auch Sie, ist in seinem Leben immer wieder überfordert. Sie hingegen sind immer Herr oder Frau der Lage, haben stets alles im Griff.

Wenn Sie sich oft aggressiv verhalten, ist wahrscheinlich, dass Sie nicht überfordert sind. Dies gilt allerdings nur für Ihr persönliches Erleben. Obwohl Sie überfordert sind, sind Sie es nicht. Das liest sich paradox, ist es aber nicht.

Je länger Sie bereits sich selbst auferlegen, nicht überfordert zu sein, desto mehr haben Sie geübt, nicht überfordert zu sein. Das Ergebnis ist, dass Sie Überforderung nicht mehr erleben und merken.

Das Gefühl, Ihre Überforderung, ist dennoch da und Sie bleiben auf Ihrer Überforderung solange sitzen bis Sie sich umentscheiden und sich erlauben, überfordert zu sein.

Warst Du schon mal überfordert?

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Wie ist es bei Ihnen mit anderen Gefühlen?

Was ist mit Ohnmacht, Ratlosigkeit, Hilflosigkeit? Was ist mit Enttäuschung, Traurigkeit, Einsamkeit, Stolz, Begeisterung?

Diese unangenehmen und angenehmen Gefühle werden von vielen Mitmenschen nicht erlebt.

Mechanismen zur Beseitigung von Gefühlen

Wenn Sie sagen können, dass Sie (auch) eines der benannten Gefühle nicht haben oder nicht erleben, könnten Sie eine (weitere) Spur gefunden haben, warum Sie sich unangemessen aggressiv verhalten.

Gefühle stellen sich ein

Jedes Gefühl, auch die benannten, stellt sich auch bei Ihnen irgendwann ein. Wenn Sie dies nicht merken, dann haben Sie Mechanismen entwickelt, das jeweilige Gefühl aktiv zu beseitigen.

Gefühle zu beseitigen ist anstrengend

Gefühle zu beseitigen, erfordert einen erheblichen Aufwand, der nichts anderes als Arbeit bedeutet. Sind Sie grundsätzlich angespannt? Sie können sich nicht wirklich entspannen?

Diese zusätzliche Arbeit zur Beseitigung ihrer Gefühle kann ursächlich sein.

Es gibt mindestens eine handvoll Mechanismen, eigene Gefühle zu beseitigen. Diese werde ich in weiteren Artikeln besprechen.

Fazit

Gefühle sind da und stellen sich ein. Wenn Sie diese nicht erleben, dann sind Sie beschnitten; sowohl in Ihrer Beziehungsgestaltung als auch in Ihrer Lebensgestaltung.

Unangemessenes Aggressives Verhalten ist ein sicherer Hinweis darauf, dass Sie Gefühle bewerten und deshalb beseitigen.

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