Aggressives Verhalten bei Kindern - Erfahrungen mit dem Ausdruck von Gefühlen stellen die Weichen

Erstellt von Michael Ueberschaer am 07.06.2016, 10:06

 

Jungen sollten traurig sein dürfenBevor ich auf aggressives Verhalten bei Kindern näher eingehe, möchte ich auf folgenden Artikel verweisen, der aggressives Verhalten und Gewaltverhalten unterscheidet.

Bitte lesen sie den verlinkten Artikel bevor Sie sich diesem Artikel zuwenden.

Es ist wichtig, dass Sie den Unterschied zwischen aggressivem Verhalten und Gewaltverhalten kennen. Wenn sich aus dem verlinkten Artikel Fragen ergeben, schreiben Sie diese gerne in einen Kommentar oder schicken Sie mir eine email.

Das Spektrum an Gefühlen nimmt zu

Sobald Kinder in der Lage sind, zu sprechen, erweitert sich auch ihr Spektrum an Gefühlen, die sich bei Ihnen einstellen können und die sie entsprechend merken. Diese Gefühle drücken Kinder aus und möchten mit diesen wahrgenommen werden und erkannt werden. 


Erfahrungen mit dem Ausdruck von Gefühlen

Jedes Kind macht bei den ersten selbständigen Versuchen, die Welt zu entdecken, die Erfahrung, um zufallen und sich weh zu tun.

Wenn Ihr Kind stürzt, stellt sich ein Schmerz ein, der im weitesten Sinne auch ein Gefühl ist. Im allgemeinen beginnt Ihr Kind zu weinen und drückt sich damit aus. Die entscheidende Frage ist nun, ob Ihr Kind das entsprechende Gefühl ausdrücken bzw. zeigen darf und damit wahrgenommen wird.

Abwehr von Gefühlen

Weit verbreitet ist eine Reaktion, die das Gegenteil beinhaltet: "Ist doch nicht so schlimm", "hat doch gar nicht weh getan" oder Ähnliches. Mit einer solchen Reaktion werden die entsprechenden Gefühle abgewehrt.

Ihr Kind macht dann die Erfahrung, dass es keinen Sinn ergibt, sich mit seinem Schmerz und seiner Verzweiflung zu zeigen. Die Erfahrung beinhaltet auch, dass dieses Gefühl in der jeweiligen Situation nicht passt. In der Folge wird Ihr Sohn oder Ihre Tochter andere Versuche starten, um wahrgenommen zu werden.

Aggressives Verhalten bei Kindern ist erlernt

Mit aggressivem Verhalten werden Kinder und besonders Jungen oft eher wahrgenommen. Kinder lernen schnell und sind in der Lage, Ihr Verhalten zu verändern.

Aggressives Verhalten wird insbesondere Jungen eher zugestanden, da es vermeintlich Ihrem Geschlecht entspricht. Nicht nur in der Familie, sondern auch in pädagogischen Settings werden Kinder in Ihrem aggressiven Verhalten oft bestärkt, indem sie Aufmerksamkeit bekommen.

Tatsächlich liegen auch aggressivem Verhalten Erfahrungen zugrunde. Das heißt, dass ein solches Verhalten nicht angeboren ist.

Fazit

Kinder möchten wahrgenommen werden. Ihre Gefühle drücken Sie aus. Kinder brauchen dann Bestärkung, dass sie das jeweilige Gefühl haben dürfen ("Ja, das tut weh", "Ich merke, Du bist traurig" etc.).

Jungen benötigen dabei auch die Bestärkung des Vaters.

Sind Sie immer in der Lage, Ihre Kinder mit ihren Gefühlen zu bestärken? Schreiben Sie Ihren Kommentar!


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