Aggression - Aggressives Verhalten - Störend und nützlich bei der Beziehungsgestaltung - Eine Differenzierung

Erstellt von Michael Ueberschaer am 24.06.2016, 12:09

 

In diesem Artikel möchte ich Sie über die Schwierigkeiten und die Nützlichkeit von aggressivem Verhalten aufklären.

Aggression und aggressives Verhalten

Wenn ich mir Beiträge und Informationen zur Aggression im Internet durchlese, bin ich regelmäßig verwundert.

Ich wundere mich über die so weit verbreiteten Fehlannahmen zur Aggression oder Aggressivität.

Aggression und Aggressivität werden immer wieder mit Feindseligkeit, Angriff und dem Wunsch zu zerstören verbunden. Außerdem wird oft angenommen, dass die Neigung zur Aggression eine Charaktereigenschaft ist.

Zusätzlich wird Aggression nach wie vor in diversen Publikationen als Vorstufe von Gewalt verstanden.

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Falsche Annahmen zu Aggression und aggressivem Verhalten


Diese Annahmen sind falsch.

Diese Annahmen sind geschichtlich gewachsen.

Das bedeutet, dass sich in der Vergangenheit Personen Gedanken über Verhaltensweisen gemacht haben und zu bestimmten Ergebnissen gelangt sind. Aus diesem Grund werden bestimmte Verhaltensweisen mit Aggression umschrieben oder mit gewissen Motiven verbunden.

Auch wenn die Überlegungen teilweise durch Wissenschaftler angestellt wurden, ist die Richtigkeit keineswegs garantiert.

Natürlicher Weise werden Verhaltensweisen von Mitmenschen auch anhand dessen eingeschätzt und bewertet, was beim Verhalten vermeintlich erkennbar ist.

Die Folge ist, dass auf Wikipedia ein Artikel zur Aggression veröffentlicht ist, der in die Irre leitet. Salopp formuliert kann man den Artikel vergessen; das Gesagte ist irrelevant und quatsch.

Aggression ist kein Verhalten

Zunächst einmal ist Aggression kein Verhalten, sondern eine körperliche Reaktion. Diese setzt der jeweils Betroffene Kraft seiner Gedanken in Gang.

Vergleich mit Tieren ist Unsinn

Wir unterscheiden uns von Tieren erheblich. Wir haben einen Verstand. Die Annahme, dass Aggression eine Charaktereigenschaft ist, dient denen, die möchten, dass Aggression nicht unserer Vernunft unterworfen ist. 

Aggression und Vernunft

Tatsächlich ist die Aggression unserer Vernunft unterworfen. Durch Erfahrungen und das Aneignen von Wissen treffen wir grundlegende Entscheidungen. Die Aggression als Reaktion des Körpers ist sehr wohl vernünftig, wenn  wir tatsächlichen Gefahren ausgesetzt sind. Unser Körper mobilisiert in solchen Momenten ungeahnte Energien. Mit diesen Energien sind wir besser in der Lage, aggressives Verhalten zu starten.

Unangemessenes aggressives Verhalten

Wenn wir uns also dazu entscheiden, mit unserem Körper durch Aggression zu reagieren, sind wir energiegeladen.

Nun dürfen wir entscheiden, was wir mit dieser Energie anstellen möchten. Wenn wir sozusagen über das Ziel hinaus geraten, zeigen wir unangemessenes Verhalten:

(Auszug)

  • Laut schreien in der Öffentlichkeit
  • Auf den Boden werfen
  • Schreien, Fluchen, Beleidigen oder Abwerten
  • Gegenstände werfen
  • Gegenstände zerstören
  • Drängeln (im Straßenverkehr)

Diese Verhaltensweisen sind zum einen in der Gesellschaft unerwünscht. Auf der anderen Seite können Sie bei anwesenden Personen unangenehme Gefühle auslösen.

Nützliches aggressives Verhalten

Ohne eine gewisse Aggression könnten wir morgens gar nicht aufstehen und uns unseren Aufgaben des Tages zuwenden. Wir würden im Bett liegen bleiben.

Wenn wir morgens aufstehen, verhalten wir uns bereits aggressiv (lat. aggredi, auf etwas zu gehen). Sobald wir eine Handlung in Gang setzen, zeigen wir aggressives Verhalten.

Für unsere Beziehungsgestaltung benötigen wir Aggression, die wir in aggressives Verhalten umwandeln. Eigene Grenzen deutlich zu machen und Bedürfnisse zu formulieren, bedeutet eben auch, sich aggressiv zu verhalten.

Fazit

In unserer Gesellschaft wird nur selten differenziert. Dies betrifft auch aggressives Verhalten. Dies ist tragisch, denn dadurch wird aggressives Verhalten grundsätzlich in Frage gestellt.

Wenn aggressives Verhalten nicht erlaubt ist, dann haben wir keine Handhabe, uns selbst wahr zu nehmen mit unseren Grenzen, unseren Bedürfnissen und Wünschen.

Kontaktreiche Beziehungen können wir nur gestalten, wenn wir die Aufmerksamkeit unseres Partners oder unserer Partnerin bekommen. Diese können wir oft nur durch wohl dosiertes aggressives Verhalten erlangen.


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