Gelingende Kommunikation - Verantwortung des Empfängers

Erstellt von Michael Ueberschaer am 23.02.2017, 10:42

 

Im vorherigen Artikel habe ich Wesentliches zur Verantwortung des Senders für eine gelingende Kommunikation gesagt.

Als Sender sind wir für die Qualität einer Nachricht verantwortlich.

In diesem Artikel erfährst Du, worauf es für Dich als Empfänger einer Nachricht ankommt.

Gelingende Kommunikation ohne Spekulation


Als Empfänger einer Nachricht ist es nicht unsere Verantwortung, die Nachricht sozusagen zu entschlüsseln.

Botschaften, die nicht vorhanden sind, dürfen wir nicht fahrlässig ergänzen.

Ebenen (Schnäbel) als Empfänger erkennen

Wir müssen uns als Empfänger vielmehr darauf konzentrieren, vorhandene und nicht vorhandene Ebenen zu identifizieren. Dazu brauchen wir selbstverständlich Klarheit darüber, wann eine Aussage eine Inhalts-Aussage, eine Selbst-Aussage, ein Appell oder eine Beziehungs-Aussage ist.

Dazu konntest Du etwas im vorherigen Artikel dieser Serie lesen.

Da Du höchstwahrscheinlich gewohnt bist, Nachrichten mit Aussagen zu füllen, die nicht enthalten sind, bist Du also gefordert, etwas zu ändern. Es ist notwendig, dass Du einstudiertes Verhalten aufgibst und Dir ein anderes Verhalten aneignest.


Die Ampel ist grün

Verstehe ich als Empfänger die Nachricht?

Die alles entscheidende Frage ist bei Erhalt einer Nachricht, ob Du die Nachricht wirklich verstehst. Wir sind es gewohnt, Nachrichten zu interpretieren. Beispiele findest Du in der Artikelserie Warum funktioniert unsere Kommunikation, die Dir auch einige Videos präsentiert.

Allgemein verbreitet ist, dass eine Nachricht ergänzt wird, wie in der Infografik zu sehen ist.

Während dies bei dem Beispiel mit der grünen Ampel meistens funktioniert, ergeben sich aus dem Ergänzen nicht vorhandener Ebenen an anderer Stelle sehr schnell Mißverständnisse.

Entsprechend ist es wichtig, dass Du schnell ermittelst, welche Aussagen in der Nachricht enthalten sind. Handelt es sich um eine reine Inhalts-Aussage oder sind weitere Ebenen, Ich-Aussage, Appell oder Beziehungs-Aussage, enthalten.

Wenn Du ausschließlich mit einer Inhalts-Aussage konfrontiert wirst, ist große Vorsicht geboten. Dann ist es besonders wahrscheinlich, dass Du die Nachricht nicht wirklich verstehst.

Dazu ist natürlich notwendig, dass es Dir gestattet ist, Deinen Partner oder Deine Partnerin nicht zu verstehen und dies zu benennen.

Unsere Erwartungen gehen besonders in Zweierbeziehungen dahin, dass unser Gegenüber uns grundsätzlich versteht.

Wenn Du also merkst, dass Du eine Nachricht nicht verstehst, sollten Du als Empfänger z.B. sagen:

"Ich verstehe nicht, was Du mir sagen möchtest"

Wenn Du den Sender zusätzlich auffordern möchtest, seine Nachricht erneut mit ergänzenden Botschaften zu schicken, kannst Du ergänzend einen Appell senden:

"Sag es bitte mit anderen Worten!"

Je nach Situation, Thema und den Befindlichkeiten bei Ihrem Gegenüber und Dir selbst ist die Herausforderung für Dich unterschiedlich groß, im Kontakt bei sich zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen.

Konzentriere Dich darauf, ob Du eine Nachricht verstehen oder nicht.

Unterschätze Deine Ihre eigene Routine nicht. Im Laufe der Jahre hast Du das Prinzip perfektioniert, Nachrichten zu entschlüsseln und Botschaften aus Nachrichten heraus zu hören, die eine Nachricht nicht enthält.

Es ist deshalb keine Kleinigkeit, mit empfangenen Nachrichten anders umzugehen als bisher.

Fazit

Als Empfänger sind wir versucht, zu interpretieren. Das ist nicht hilfreich für eine gelingende Kommunikation. Das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun weist uns darauf hin, welche Ebenen eine Nachricht enthalten kann.

Das Modell sollte dafür genutzt werden, Botschaften einzuordnen. Es sollte nicht so verstanden werden, als Empfänger Gedanken darüber zu machen, was der Sender gemeint haben könnte.


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